Ende Mai, spätestens Anfang Juni soll die Straßenpolizei scharfe Kontrollen auf allen Pässen durchführen. <BR /><BR />„Die mobilen Lärmmessgeräte sind bereits geliefert, und Radargeräte sind da“, sagt Alfreider. Weil die Polizei aber nicht genug Personal hat, um die Aufgabe allein zu stemmen, wird das Land Mitarbeiter des Motorisierungsamtes zu ihrer Unterstützung zur Verfügung stellen. Das alles wurde mit Regierungskommissär Vito Cusumano entschieden. „Wir müssen dafür sorgen, dass auf unseren Straßen die Regeln befolgt werden“, sagt Alfreider. <BR /><BR /><embed id="dtext86-53529403_quote" /><BR /><BR />Weil dadurch in Zukunft auf dem Sellajoch weniger Autos parken werden können, braucht es Alternativen. „Wir führen den Ausbau der Mobilität weiter“, verspricht Alfreider. Dazu brauche es ein Umdenken und viel Zusammenarbeit: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Leute erst gar nicht ins Auto steigen. Sie sollen Busse und Seilbahnen benutzen, und das beginnt schon an der Rezeption im Hotel: Die Mitarbeiter sollen die Gäste auf die Möglichkeiten hinweisen, so dass sie das Auto am Parkplatz stehen lassen.“<BR /><BR />Natürlich braucht es dennoch Auffangparkplätze; „da ist Gröden sehr aktiv beim Suchen nach Vorschlägen“, sagt Alfreider. Auf längere Sicht geplant sind solche Auffangparkplätze in allen Tälern rund um den Sellastock, denn Alfreiders Vision ist eine Umweltzone („Low Emission Zone“) auf den Dolomitenpässen. Ein gemeinsames Projekt mit dem Trentino und Venetien ist in Ausarbeitung. <h3> Eine Umweltzone in den Dolomiten als Ziel</h3>Für die Schaffung einer solchen Umweltzone braucht es aber eine Änderung der rechtlichen Grundlagen: „Wenn ich eine aktive Verkehrsberuhigung und eine – wenn man so sagen will – Diskriminierung von Autofahrern machen will in dem Sinn, dass wir einen Teil nicht mit dem Auto in diese Gebiete fahren lassen, dann muss das rechtlich geregelt sein und halten“, sagt der Mobilitätslandesrat. <BR /><BR />„Wir reden immer von den Pässen“, sagt Alfreider, „aber das eigentliche Verkehrsproblem gibt es im Tal, nicht oben am Berg; das gilt auch für Villnöß und das Würzjoch. Und im Tal ist eine Lösung für diese rechtlichen Fragen noch schwieriger, denn laut Straßenverkehrsordnung hat der freie Verkehr absoluten Vorrang.“ Deshalb ist sein Ressort ständig im Austausch mit dem Verkehrsministerium und einem Mailänder Experten, um eine Lösung zu finden. <h3> Die Aufstiegsanlagen einbinden</h3>Unabdingbar für das angestrebte Mobilitätsmanagement ist die Einbindung der Aufstiegsanlagen, damit die Gäste ohne Auto bis an ihr Ziel in den Bergen kommen. Zum Teil sind die sommerlichen Einzelfahrkarten in Gondelbahn & Co. noch sehr teuer, aber Alfreider ist überzeugt: „Wenn eine genügend große Zahl von Nutzern zusammenkommt, wird sich auch die Preisgestaltung ändern lassen“, zumal die Betriebskosten immer dieselben seien, gleichgültig ob viele oder wenige Fahrgäste in der Gondel sind. <BR /><BR />In einer Art Pilotprojekt hat Corvara letztes Jahr den Anfang gemacht: Dort hat die Gemeinde mit Unterstützung des Landes einen Bus-Zubringer-Dienst von den Hotels zu den Aufstiegsanlagen auf die Beine gestellt (siehe untenstehendes Interview). „Das wurde gut genutzt, und wir wollen das Angebot weiterentwickeln“, sagt Alfreider. <BR /><BR />Endziel ist ein digitalisiertes Mobilitätsmanagement nicht nur in den Dolomiten, sondern im ganzen Land: Über die App bzw. die Website www.suedtirolmobil.info/de soll der Gast einen Parkplatz z. Bsp. am Sellajoch buchen können, aber besser doch gleich die Fahrt mit dem Bus und der Seilbahn hinauf zum Piz Sella vormerken und bezahlen und dann auf einem anderen Weg wieder zu Tal fahren können, ohne irgendwo sein Auto abholen zu müssen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-53529407_listbox" />