Keine hundert Meter vom Dorfzentrum entfernt, inmitten von Weinbergen, liegt der Häusler Hof in Tschötsch. Hier wohnen Familie Tauber, 25 Kühe, mehrere Katzen, Hasen, Hühner und anderes Getier. Und: ein hochmoderner Melkroboter der Marke „DeLaval“. <BR /><BR />Er ersetzt auf dem Häusler Hof schon seit geraumer Zeit mehrere Menschenhände. Mit seinem Roboterarm, unterstützt von einem 3D-Scanner, melkt er die Kühe völlig selbstständig. Was verrückt klingt, bietet so manche Vorteile. Vor eineinhalb Jahren haben sich Philipp und Johanna das automatische Melksystem angeschafft – Kostenpunkt: stolze 155.000 Euro. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1319214_image" /></div> <BR /><BR />Vom Zeitmanagement her lohnt sich die Investition aber allemal: Der Roboter arbeitet 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Bis zu 60 Kühe kann er täglich melken. „Wir haben 25, er ist also nicht voll ausgelastet“, sagt Jungbauer Philipp. Im Schnitt lässt sich jede Kuh zweimal am Tag melken. Wann es so weit ist, das entscheidet das Tier: Es betritt den Roboter selbstständig und bringt sich von alleine in Position. <BR /><BR />Beim Lokalaugenschein liegen einige Kühe entspannt auf ihren Plätzen, andere naschen am frischen Heu. Aus dem hinteren Eck nimmt ein Stier die Fremden im Stall ins Visier, aus der Ruhe lässt er sich aber nicht bringen. <BR /><BR />Der Melkroboter ist zu diesem Zeitpunkt im Stand-by-Modus. Keine Kuh scheint Interesse daran zu haben, gemolken zu werden. Philipp zückt stattdessen sein Handy und öffnet die App, mit der er das System steuert. Dort sind alle Daten seiner Tiere gespeichert: Wann sich welche Kuh melken ließ, wie viel Milch sie gegeben hat. Und: Wann sie das nächste Mal an die Reihe ist. Gelb bedeutet „melkberechtigt“, bei Weiß muss sich das Tier noch gedulden.<h3> Kühe mit Kraftfutter locken</h3>Während der Jungbauer die technischen Details erklärt, tut sich was: Kuh Zinne nähert sich. Sie betritt den Roboter, hinter ihr schließt sich die Tür. Ein Scanner liest die Nummer an ihrem Halsband. Der Computer stellt fest: zu früh, Zinne ist noch nicht melkberechtigt. Warum also betritt sie den Roboter dennoch? „Die Tiere werden mit Kraftfutter gelockt“, erklärt Philipp. Der Roboter gibt es aus, während er die Kühe melkt. Um an das leckere Futter zu gelangen, versuchen es einige schon vorher. Zinne hat Glück. Um den Ablauf zu demonstrieren, drückt Philipp ein Auge zu und tippt in der App auf „Kraftfutter spenden“. Die Kuh freut sich über die Belohnung. <BR /><BR />Der Roboter nimmt Philipp und Johanna viel Arbeit ab – beide haben einen Nebenberuf. Früher mussten sie morgens und abends zum Melken in den Stall. Heute übernimmt die Maschine. Ganz ohne menschliche Hilfe geht es aber nicht. Umso wichtiger, dass auch Seniorbauer Josef Tauber noch kräftig mithilft, wenn untertags keiner da ist. „Der Mensch wird nach wie vor gebraucht“, sagt Johanna. „Bloß sieht seine Arbeit anders aus.“ Statt selbst Hand anzulegen, sitzt er häufiger vor dem Computer – manchmal auch ratlos. Bei der vielen Technik kann es schon mal kompliziert werden. „Die Kühe haben sich auf jeden Fall schneller an das neue System gewöhnt als wir“, schmunzelt Johanna.<BR /><BR />Nun ist Kuh Tena dran. Der Roboter stellt fest „melkberechtigt“ und erwacht zum Leben. Kontrolliert steuert die Maschine ihren Arm unter den Bauch der Kuh. Zuerst wird jede einzelne Zitze mit Wasser gesäubert, dann zieht sich der Arm zurück und greift nach dem ersten Schlauch. Vier sind es insgesamt – für jede Zitze einer. <BR /><BR />Einer nach dem anderen saugt sich am Euter fest. Der Melkvorgang beginnt. Nach wenigen Minuten ist die Arbeit getan. Tena hat insgesamt 11,3 Liter Milch gegeben. Sorgfältig desinfiziert der Roboter das Euter. Die Kuh marschiert davon. Über eine Leitung fließt die frische Milch direkt in den Kühltank. Die Arbeit ist getan, der Milchmann kann kommen.