Slowenien erkennt zwei nationale Minderheiten an: die italienische und die ungarische. Für beide ist laut Verfassung je ein Sitz im slowenischen Parlament garantiert. Die Wähler der Minderheiten wählen bei der Parlamentswahl zwei Mal: einmal nehmen sie an der normalen staatsweiten Wahl teil, und mit dem zweiten Stimmzettel bestimmen sie, wer ihre Minderheit im Parlament vertritt. <BR /><BR />Die ungarische Gemeinschaft wird im Nationalrat erneut von Ferenc Horváth vertreten, der 72,7 Prozent der Stimmen erhielt und damit seinen Gegenkandidaten Tomi Horvat besiegte, wie die in Triest erscheinende slowenische Tageszeitung „Primorski Dnevnik“ meldet.<BR />Der deutschen Minderheit in Slowenien wurde bisher die Anerkennung als nationale Minderheit verwehrt; die Aussichten, dass sich das ändern könnte, scheinen sehr schlecht. <BR /><BR />Die Regierungsbildung in Slowenien dürfte sich sehr schwierig gestalten, zumal weder die liberale „Freiheitsbewegung“ des amtierenden Ministerpräsidenten Robert Golob (28,6 Prozent der Stimmen) noch die konservative „Slowenische Demokratische Partei“ (SDS) seines Herausforderers und Vorgängers Janez Janša (28 Prozent), die also sehr eng beieinander liegen, eine eigene Mehrheit haben. <BR /><BR />Die Unione Italiana, die Vertreterin der italienischen Minderheit in Slowenien wie auch in Kroatien, wählt am 31. Mai ihre Organe neu. Präsident ist seit 2018 Maurizio Tremul (63); ein aus Capodistria/Koper stammender Autor und Literaturwissenschaftler, der seit Jahrzehnten in den Gremien der italienischen Minderheit in Slowenien und Kroatien tätig ist.<BR /><BR /><b>Von Hatto Schmidt für Midas</b>