Mittwoch, 19. September 2018

Die Mückenplage 2018: Eine unendliche Geschichte

So lästig waren sie selten: Viele Südtiroler müssen heuer Dutzende Mückenstiche über sich ergehen lassen – und die Apotheken haben alle Hände voll zu tun, um die zerstochenen Klienten zu beraten.

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Foto: © shutterstock

Manche Gemeinden haben bereits früh Vorkehrungen getroffen, um eine Vermehrung der Blutsauger zu verhindern – andere Kommunen hingegen sind untätig geblieben. „Wir hatten heuer sehr viele Kunden mit Mückenstichen – mehr als in anderen Jahren“, berichtet Dr. Karl Weinreich von der Apotheke in Terlan.

Die Bürger berichteten, dass sie besonders viele Stiche über sich ergehen lassen mussten. Und: dass die Mücken heuer sehr aggressiv sind. Oft würden die kleinen Plagegeister gar nicht gesehen – und schon ist es passiert. 

Ähnliches weiß Dr. Zita Marsoner Staffler von der Maria-Hilf-Apotheke in Oberlana zu berichten. „2017 kamen bereits viele Bürger mit Stichen – und heuer waren es noch mehr.“ Diese Kunden klagten dann – wie in Terlan – über sehr viele Stiche, 20 oder 30 auf einmal. Die Folge: starker Juckreiz. Manchmal entzünden sich diese Stiche. Sehr häufig würden die kleinen Plagegeister in der Nacht zustechen.

Rasche Kühlung ist wichtig

In den Apotheken erhält man ein kühlendes Gel, auch die Homöopathie kann helfen. „Wichtig ist, dass man nach einem Mückenstich sehr schnell etwas aufträgt“, erklärt Zita Marsoner Staffler. „Rasche Kühlung ist wichtig.“ Helfen leichte Mittel nicht, kann man auf ein Anti-Histaminikum zurückgreifen. Auch Kortison wird gegen Mückenstiche eingesetzt. „Wenn es ganz schlimm ist, kann man auch Kortison mit Antibiotikum nehmen“, erklärt die Lananer Apothekerin. Oder: Anti-Histaminikum zum Einnehmen – wenn der Juckreiz sehr stark ist und eine Creme nicht mehr ausreicht.

Ob in einer Gemeinde viele oder wenige Mücken herumschwirren, hängt auch von den Präventionsmaßnahmen ab, die getroffen werden – von den Gemeinden oder von Privatpersonen, sagt die Leiterin des Biologischen Landeslabors in Leifers, Alberta Stenico.

Kleine Wasseransammlungen müssten entweder entfernt oder behandelt werden, um beispielsweise der Tigermücke keine optimalen Voraussetzungen zu bieten. Mit der Prävention müsse man aber schon im Mai beginnen – jetzt erreiche man nur mehr wenig. Jedes Tigermückenweibchen lege ja im Durchschnitt 40 Eier. Die Vermehrung erfolgt exponential.

Das Landeslabor habe heuer kein Tigermücken-Monitoring bei den Eiern durchgeführt – nachdem es 4 Jahre lang gemacht worden war. Nächstes Jahr werde man aber wieder damit beginnen. In kleineren Gemeinden gebe es heuer viele Reklamationen, berichtet Stenico. Während einige Gemeinden sich sehr wohl um Prävention kümmern, würden andere dies nicht tun – weil es ihnen zu „unökologisch“ ist oder zu aufwändig, so Stenico.

D/hof

stol