Freitag, 18. März 2016

Die Mutterschaft und ihre Schattenseiten

Muttertag? Nein, hier dreht sich alles um die Mutternacht! Die Nacht, die bewusst als Kontrast zum Tag gewählt wurde, steht für die dunklen Seiten, die dunklen Gefühle, die Mütter erleben können. Denn eine Mutterschaft hat auch Schattenseiten, um die sich auch heuer wieder ein Event dreht - inklusive positiver Geburtsgeschichten.

Mutter zu sein hat auch Schattenseiten. Damit befasst sich die so genannte Mutternacht am 7. Mai. Dazu läuft derzeit ein Literaturwettbewerb.
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Mutter zu sein hat auch Schattenseiten. Damit befasst sich die so genannte Mutternacht am 7. Mai. Dazu läuft derzeit ein Literaturwettbewerb. - Foto: © shutterstock

Südtirol Online: Muttertag kennt jeder - was hat es mit der so genannten Mutternacht auf sich – und wer organisiert sie?
Astrid di Bella, Präsidentin des Südtiroler Hebammenverbandes: Mutternacht bezeichnet die Nacht vor dem Muttertag. Die Organisatoren der Mutternacht (Haus der Familie, Kollegium der Hebammen und weitere Frauen- und Jugendorganisatoren) haben den Moment bewusst gewählt, um auf die Schattenseiten des Muttersein hinzuweisen. 
Die Mutternacht findet heuer zum zweiten Mal statt und zwar am 7. Mai in Bozen zum Thema: Jugendschwangerschaften - ein neues Leben beginnt.

STOL: Doch nicht alles ist nur schlecht - und heuer wird erstmals ein Literaturwettbewerb lanciert. Worum geht es dabei?
Di Bella: Mütter, Väter, Omas, Opas und Hebammen sind aufgerufen, Erfahrungen und Geschichten rund um die Geburt zu schreiben und noch bis Ende März an das Kollegium der Hebammen von Bozen zu schicken. Die besten Erzählungen werden am 7. Mai im Rahmen der Mutternacht prämiert.

STOL: Nach dem Motto „Jede Geburt ist einzigartig“ wollen Sie verschiedene Geschichten sammeln. Wozu?
Di Bella: Wir möchten mit dieser Initiative zeigen, dass jede Geburtsgeschichte ganz individuell und einzigartig ist, genauso wie die damit verbundene Erfahrung. Über Erfahrungen der Großeltern und Menschen der früheren Generationen würden wir uns besonders freuen, da sich in der Geburtshilfe der letzten 50 Jahren extrem viel geändert hat.

STOL: Zurück zu den Schattenseiten - die Mutternacht steht seit 2015 im Zeichen der Schwierigkeiten. Worum geht es dabei?
Di Bella: Die Mutternacht im Vorjahr war dem Thema: „Geburt und dann?“ gewidmet. Wir wollten zahlreichen Schwierigkeiten, eben die "Schattenseiten", aufzeigen, die viele Mütter/Eltern in der Zeit nach der Geburt begegnen. Ich denke dabei an die Wochenbettdepressionen, Überforderung, Gefühle der Einsamkeit, das Fehlen von Unterstützung und Schlafmangel. Wir haben diese Themen aufgegriffen und gleichzeitig enttabuisiert.

Interview: Petra Kerschbaumer

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Die heurige Mutternacht findet in Bozen am 7. Mai ab 16 Uhr statt. Das Thema: "Jugendschwangerschaften - ein neues Leben beginnt." soll zeigen, welche speziellen Schwierigkeiten bei einer Teenieschwangerschaft auftreten können und wo es geeignete Anlaufstellen für betroffene Jugendliche gibt. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage.

stol