Alles zum Thema, erfahren Sie hier. <BR /><BR />Von Margit Piok<BR /><BR /><BR />Von Hunden verschmutzte Spazierwege, verkotete Wiesen und Feldern beschäftigen in Eisack- und Wipptal immer wieder die Gemeinden. Erst jüngst hatten die Gemeinden Sterzing und Pfitsch die Hundebesitzer aufgefordert, den Kot ihrer Vierbeiner aufzusammeln und richtig zu entsorgen. Rund 20 Tonnen Hundekot verunreinigen jährlich laut Stadtwerke Brixens Spielplätze, Grünflächen und Gehsteige der Stadtgemeinde. Der Gemeinderat Freienfeld diskutierte nun über Möglichkeiten, um Herrchen und Frauchen wegen der Hinterlassenschaft ihrer Vierbeiner zur Kasse zu bitten. Immerhin werden dadurch hohe Kosten verursacht.<BR /><Fett><BR />Hundekot birgt hygienische und gesundheitliche Risiken in sich</Fett><BR /><BR />Denn herumliegender Hundekot ist nicht nur ein ästhetisches oder geruchstechnisches Problem, sondern birgt vor allem auch hygienische und gesundheitliche Risiken in sich.<BR /><BR />Im Hundekot enthaltene Bakterien und Parasiten finden über die Schuhe den Weg in die Wohnungen und können Würmer und Infektionskrankheiten übertragen. Besonders Kinder laufen Gefahr, durch den Kontakt mit herumliegendem Hundekot Wurmeier aufzunehmen. In der Folge können Larven verschiedene Symptome bis hin zu lebensbedrohenden Erkrankungen erzeugen.<BR /><BR /><Fett>Infektionen können Totgeburten bei Rindern verursachen</Fett><BR /><BR />Hundekot auf der Wiese ist auch ungesund für Weidetiere. Das liegt vor allem am Krankheitserreger Neospora Caninum, den Hunde ausscheiden. Sollten Weidetiere Hundekot über das Futter aufnehmen, kann es zu einer Infektion kommen. Bei Milchkühen kann es zum Befall von verschiedenen Organen, des Fetus und der Fruchthüllen kommen. Die Folge können totgeborene Kälber sein.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="640640_image" /></div> <BR />Freienfelds SVP-Gemeinderat Alfred Sparber thematisierte das Problem in der Sitzung des Gemeinderates. Er kritisierte, dass viele Hundehalter den Kot ihrer Vierbeiner auf Wegen, Wiesen oder Feldern zurücklassen. Die Hundetoiletten, die die Gemeinde mit erheblichen Kosten angekauft habe, würden nicht für den Hundekot verwendet, sondern vielfach mit anderem Müll vollgestopft, kritisierte Sparber. Erst im Vorjahr hatte Freienfeld 4500 Euro für Hundetoiletten zur Verfügung gestellt. <BR /><BR />Bürgermeisterin Verena Überegger ergänzte, dass Verursacher der Hundehäufchen nicht nur Bürger aus Freienfeld mit ihren Vierbeinern seien, sondern auch von anderen Gemeinden würden Hundebesitzer mit ihren Tieren in Freienfeld Gassi-Gehen. Die Gemeinde überlege, wie sie die Verursacher zur Verantwortung ziehen könne. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="640643_image" /></div> <BR />Gemeindereferent Heinrich Aukenthaler berichtete, dass die Gemeinden laut Tierärzte und Gutachten des Gemeindeverbandes keine Möglichkeit haben, eine Hundesteuer einzuheben. „Die Steuerhoheit liegt hier beim Staat“, berichtete er. Italien habe die Hundesteuer, die zur Vermögenssteuer zähle, in den 1970er-Jahren abgeschafft. Damals war der Hund als Haustier nicht mehr als Luxus eingestuft worden. <BR /><BR /><Fett>Gemeinden sind Hände gebunden</Fett><BR /><BR />„Die einzige Möglichkeit für Gemeinden besteht heute darin, für Hundebesitzer eine zusätzliche oder erhöhte Müllgebühr einzuführen“, erklärte Aukenthaler. Die Tarife würden jedoch nur Bürger der Gemeinde treffen. Zudem bezweifelt der Gemeindeverband laut Aukenthaler, dass ein erhöhter Mülltarif für Tierbesitzer durchsetzbar sei. Müllgebühren müssten nach dem Verursacher-Prinzip – somit nach Anzahl der Personen und Gewicht des Mülls – eingehoben werden. Tiere könnten nicht berücksichtigt werden. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="640646_image" /></div> <BR /><BR />„Auch der bürokratische Aufwand ist enorm“, erklärte der Referent.<BR /><BR /> Er riet deshalb dazu, den Plan der Landesregierung abzuwarten, eine DNA-Datenbank einzurichten. Die Datenbank sollen alle Hunde erfassen. Herrchen könnten dann über eine Analyse des hinterlassenen Kots ihrer Hunde ausgeforscht werden. Die Eigentümer müssten eine Verwaltungsstrafe und die Kosten für die DNA-Analyse übernehmen. <BR /><BR /> Bis die Landesregierung den Plan umsetze, gebe es nur den Appell an die Vernunft der Hundebesitzer, sagte Aukenthaler. Nur durch Vernunft lasse sich Gesundheit der Menschen, Tiere und die Umwelt erhalten.