„Die Situation ist in den meisten Einrichtungen ähnlich dramatisch“, weiß Angelika Stampfl, Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Eltern Behinderter (AEB). <BR /><BR />„Die Wohnheime können nicht geschlossen oder personell heruntergefahren werden. Die Personen, die dort leben, kann man ja schlecht auf die Straße stellen. Deswegen wird das Personal dort benötigt, und im Fall von Ausfällen werden Betreuer aus den Werkstätten und anderen Tageseinrichtungen dorthin abgezogen“, erklärt Stampfl.<BR /><BR />Mit der Konsequenz, dass die Tagesangebote weiter zurückgefahren oder eben ganz ausgesetzt werden müssen. Egal, ob man nach Bruneck, Schlanders, Meran oder ins Gadertal schaut, überall bietet sich das selbe Bild. <BR /><BR />Suspendierungen, Corona-Fälle (auch von engen Kontakten) und andere Erkrankungen haben den Personalstand dezimiert. „Für die betroffenen Angehörigen ist es seit Ausbruch der Pandemie eine einzige Katastrophe“, weiß Stampfl, die regelmäßig Anrufe verzweifelter Eltern erhält, die nicht mehr wissen, wie sie die Betreuung ihrer behinderten Angehörigen organisieren sollen. <BR /><BR />„Die meisten sind berufstätig und müssen irgendwie innerhalb der Familie schauen, wie sie die Ausfälle in der Tagesbetreuung auffangen. Das geht nun schon seit vielen Monaten so, mal mehr mal weniger“, so Stampfl. Doch derzeit geht man beim AEB dennoch „nicht auf die Barrikaden“, erläutert die Vorsitzende. <BR /><BR />Gegen eine Infektionswelle wie diese könne ja niemand etwas tun, die Behinderten seien geimpft ebenso wie das nicht suspendierte Personal. Und dennoch seien Infektionen möglich. „Wir Eltern gehen auf dem Zahnfleisch, aber wir werden uns auch noch durch diese Welle durchbeißen müssen“, sagt sie.