Der Sanitätsbetrieb führt eine neue Gesundheitshotline ein – vorerst für den Bezirk Bozen, zu dem auch Leifers und Klausen gehören. Die neue Nummer ersetzt nicht die Notrufnummer 112, wie Gesundheitslandesrat Hubert Messner unterstreicht, biete aber umfangreiche Vorteile.<BR /><BR /><BR /><BR />„Die 116117 ersetzt aber nicht die Notrufnummer 112. Bei medizinischen Notfällen oder akuter Lebensgefahr ist weiterhin die 112 die richtige Anlaufstelle“, betonte Gesundheitslandesrat Hubert Messner am Montag auf einer Pressekonferenz im Krankenhaus, auf der die neue Gesundheitshotline vorgestellt wurde. „Viele Menschen wissen nicht, an wen sie sich mit ihrem gesundheitlichen Problem wenden sollen. Die Hotline 116117 bietet jetzt telefonische Beratung, Orientierung und Informationen zu allen gesundheitlichen Fragen und Problemen, die keinen medizinischen Notfall darstellen“, unterstrich Landesrat Messner, der von einem „wichtigen Tag“ für das Gesundheitswesen sprach. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1360143_image" /></div> <BR /><BR />Anrufen könne man die kostenlose grüne Rufnummer 116117 also, wenn man gesundheitliche Unterstützung brauche, oder Fragen in Zusammenhang mit der eigenen Gesundheit habe – aber nicht akut in Lebensgefahr sei. „Abgesehen von der Notrufnummer 112 ist die 116117 die einzige Nummer, die sich eine Patientin beziehungsweise ein Patient merken muss“, unterstrich Messner gegenüber den „Dolomiten“. Mit der Nummer, biete der Sanitätsbetrieb einen direkten Ansprechpartner für die Menschen an. Auch erhoffe man sich, durch den neuen Dienst die Notaufnahme zu entlasten. Entgegengenommen werden die Anrufe von ausgebildeten Disponentinnen und Disponenten. Bei komplexeren Anliegen werden sie von Pflegefachkräften und Ärztinnen beziehungsweise Ärzten unterstützt.<BR /><BR />Die neue Nummer deckt neben allen Gesundheitsdiensten im Bezirk Bozen auch die Gemeinschaftshäuser Bozen-Loew Cadonna, Leifers und Klausen ab. <BR /><BR />„Nach dem dreieinhalbmonatigen Testlauf im Gesundheitsbezirk Bozen wird die 116117 ab Ende Dezember dann in ganz Südtirol erreichbar sein“, so Landesrat Messner, der in einem Kurzinterview Fragen zur neuen Gesundheitshotline beantwortet. <BR /><BR /><b>Herr Landesrat, wen ruft man an, wenn man Beschwerden hat, die nicht lebensbedrohlich sind: Meinen Hausarzt, oder die 116117?</b><BR /><BR />Hubert Messner: Wenn es jemandem nicht gut geht, egal ob Halsschmerzen, Ohrenschmerzen oder Rückenschmerzen, dann ruft man grundsätzlich die 116117 an. Eine Mitarbeiterin bzw. ein Mitarbeiter der neuen Hotline nimmt den Anruf entgegen, weiß das Problem einzuschätzen und verweist dann an den Hausarzt oder an das Gemeinschaftshaus und wenn es sehr dringlich ist, an die Notaufnahme. Grundsätzlich bleibt der Hausarzt erster Ansprechpartner, aber über die 116117 möchten wir die Abläufe besser koordinieren. Bedeutet: Der Patient weiß nach dem Anruf, wo er mit seinen Beschwerden hingehen muss. <BR /><BR /><b>Der Hausarzt ist also weiter ein wichtiger Ansprechpartner, aber nicht mehr auf direktem Weg?</b><BR /><BR />Messner: Ein Hausarzt hat sehr viel Arbeit. Er kann nicht jede Minute am Telefon sein. Über die neue Nummer können wir die Arbeit besser planen und organisieren.<BR /><BR /><b>Wie sieht es beim Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten im Gemeinschaftshaus am Loew-Cadonna-Platz aus – direkt hingehen oder vorher anrufen?</b><BR /><BR />Messner: Auch hier gilt: Zuerst die 116117 anrufen, dann wird man dem richtigen Dienst zugewiesen. <BR /><BR /><b>Was, wenn ich eine Facharztvisite vormerken will?</b><BR /><BR />Messner: Eine Facharztvisite muss vom Hausarzt verschrieben werden. Sie kann aber auch bei einer Arztvisite im Gemeinschaftshaus verschrieben werden.<BR /><BR /><b>Antworten unter der 116117 Ärztinnen bzw. Ärzte?</b><BR /><BR />Messner: Die Anrufe werden von geschulten Disponenten des Sanitätsbetriebs entgegengenommen. Sie beurteilen das Anliegen und können direkt beraten oder den Anruf bei Bedarf an Pflegepersonal oder einen Arzt bzw. eine Ärztin weiterleiten. Eine medizinische Ausbildung haben die Disponenten nicht. Durch die Ausbildung können sie aber auf jede Frage, auch mit Algorithmen, antworten.