Mittwoch, 08. August 2018

Die Porno-Drohung: Neue Erpressungsversuche via Mail

In der vergangenen Woche sind bei der Post- und Kommunikationspolizei von Bozen erneut mehrere Meldungen von Betrugsversuchen eingegangen.

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Foto: © shutterstock

Die Opfer hatten E-Mails in englischer Sprache erhalten, in denen sie aufgefordert wurden, einen Geldbetrag zu zahlen, um die Verbreitung persönlicher und sensibler Inhalte zu vermeiden.

Die E-Mails enthielten ein Passwort, das die Empfänger in Vergangenheit verwendet hatten oder es immer noch tun. So schafften es die Betrüger, die Opfer weiter zu beunruhigen und sie dazu zu bringen, die Drohung ernst zunehmen. 

Betrüger behaupten, Opfer beim Schauen von Pornos gefilmt zu haben

Die Betrüger behaupteten, über das Passwort Zugang zum Computer, genauer auf den Monitor und die Webcam, erhalten zu haben, während die Opfer Pornos schauten.

Sie hätten sowohl das Video mit pornografischem Inhalt als auch das Opfer selbst aufgenommen. Anschließend drohten die Erpresser damit, das Video an sämtliche E-Mail-Kontakte des Empfängers zu übertragen, sofern kein Lösegeld gezahlt wird.

Meist machen die Erpresser zudem noch zeitlich Druck: Die Opfer hätten nach Eingang der E-Mail nur einen Tag Zeit, um zu zahlen, ansonsten würde das Video an Familie, Freunde und Verwandte geschickt. Die Betrüger versichern anschließend, dass das Video sofort gelöscht wird, sobald das Lösegeld eingeht.

Webcam kann nicht über E-Mail aktiviert werden

Die Post- und Kommunikationspolizei stellt klar: Was die Beschaffung des Passwortes betrifft, können diese zum Beispiel von Hackern erhalten werden, wenn sie sich Zugang zu kommerziellen Webseiten verschaffen, auf denen sich das Opfer vorher aufgehalten hat. So können die Anmeldeinformationen gestohlen werden.

Es wird auch darauf hingewiesen, dass die Betrüger nicht in der Lage sind, die Webcam der E-Mail-Empfänger zu aktivieren oder die Anmeldeinformationen auf den von ihnen besuchten Seiten zu registrieren. „Dies sind alles phantasievolle Erfindungen, um beim Empfänger der E-Mail Glaubwürdigkeit zu erlangen.“

Wichtig ist also:

  • nicht zu zahlen
  • verschiedene Passwörter für alle Accounts, PCs und für den Zugriff auf verschiedene Portale zu verwenden (damit im Falle eines unrechtmässigen Zugriffs die anderen Zugriffe nicht beeinträchtigt werden)
  • das Passwort oft zu ändern.

Es wird auch daran erinnert, dass ein gültiges Passwort komplex sein sollte, damit es nicht leicht zu hacken ist.

stol

stol