Besonders interessant: Wie das Männchen dafür sorgt, dass nur die stärksten Weibchen – bis zu 3 an der Zahl – in seine Rammelkammer, den Paarungsraum des Borkenkäfers, gelangen.<BR /><BR />Doch von Anfang an. Alles beginnt mit den Pionierkäfern. Das sind Männchen, die sich aufmachen, um neue Bäume für die Besiedelung durch ihre Spezies zu erkunden. Dazu nutzen sie ihren Geruchssinn, kapern dann gewissermaßen die Baumabwehr, indem sie Bestandteile des Harzes nutzen. Damit signalisieren sie Artgenossen, dass es dort etwas zum Holen gibt. Haben sie schließlich einen geeigneten Baum entdeckt, bohren sie sich in die Rinde und beginnen damit, im Bast eine Rammelkammer anzulegen. Es ist jener Ort, in der die Paarung stattfindet. Frisches Bohrmehl gilt als eindeutiges Merkmal für einen Schädlingsbefall durch Borkenkäfern. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1034763_image" /></div> <BR /><BR />Zusammen mit diesem Bohrmehl setzen die Käfer ein Aggregationspheromon frei, einen Lockstoff, der weitere Artgenossen – Männchen und Weibchen – anzieht.<BR /><BR /> <video-jw video-id="OZHoFNCH"></video-jw> <BR /><BR />Jedes Männchen paart sich mit 2 bis 3 Weibchen. Um sicherzustellen, dass es die stärksten Weibchen in seine Rammelkammer lockt, hat das Männchen eine ziemlich interessante Methode entwickelt. Wie uns Günther Pörnbacher, Amtsdirektor beim Forstinspektorat Welsberg, erklärt, setzt sich das Männchen dafür an den Eingang der Rammelkammer und versperrt ihn mit seinen Flügeln, sodass sich das Weibchen den Weg in den Paarungsraum erst hart erkämpfen muss.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1034766_image" /></div> <h3> Muttergang kann bis zu 80 Eier beherbergen</h3>Nach erfolgter Paarung beginnen die Weibchen, das Brutsystem zu errichten. Jedes Weibchen frisst dazu einen Muttergang entlang der Stammachse. Ein einzelner Gang kann bis zu 30 Zentimeter lang werden und zwischen 20 und 80 Eier beherbergen. Die Anlage eines Muttergangsystems dauert etwa 5 bis 14 Tage.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1034769_image" /></div> <BR /><BR />Die Rammelkammer spielt also eine zentrale Rolle im Fortpflanzungszyklus der Borkenkäfer. Sie ist der Ort, an dem genetische Informationen ausgetauscht werden, was zur Fortpflanzung und zur Verbreitung der Art beiträgt. Durch die Struktur der Rammelkammer und die nachfolgenden Brutröhren wird das Holz des befallenen Baumes stark beschädigt, was meist zum Absterben des Baumes führt.<h3> Larven</h3>Nach etwa 1-2 Wochen schlüpfen aus den Eiern die jungen, beinlosen Larven. Diese beginnen, sich quer zum Muttergang durch den Rindenbast zu fressen und hinterlassen dabei immer breiter werdende Gänge. Die Larven aus den zuerst abgelegten Eiern am Anfang der Muttergänge schlüpfen auch als Erste. Die Schlüpf- und Entwicklungswelle setzt sich dann in Richtung des Endes der Muttergänge fort. Durch den extremen Befall hatte man – so Günther Pörnbacher – die Hoffnung, dass sich die Larven gegenseitig die Nahrung wegfressen und dadurch in eine Stresssituation kommen. Diese Hoffnung erfüllte sich leider nicht.<BR /><BR /> <video-jw video-id="DjGwuygi"></video-jw> <h3> Puppe und Jungkäfer</h3>Nach einer Entwicklungsdauer von 3 bis 6 Wochen und 3 Häutungen sind die Larven ausgewachsen und verpuppen sich in der sogenannten Puppenwiege. Die Verpuppungszeit dauert 1-2 Wochen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1034772_image" /></div> <BR /><BR />Aus den Puppen schlüpfen dann die hellbraunen, noch weichen Jungkäfer. Im Bast vollziehen sie einen Reifungsfraß, diese Phase dauert etwa 2-3 Wochen. Schließlich bohren sich die erwachsenen, nun dunkel gefärbten Käfer aus und fliegen davon.<h3> Geschwisterbruten</h3>Nach der ersten Brut verlassen die Elterntiere häufig das ursprüngliche Brutgebiet und legen an einem anderen Ort eine zweite, meist kleinere Brut an, die als Geschwisterbrut bezeichnet wird. Es kann neben der Hauptbrut auch mehrere solcher Geschwisterbruten geben. Zusammen bilden sie eine Generation, die sich zeitlich etwas versetzt entwickelt. Dadurch finden sich im Sommer alle Entwicklungsstadien nebeneinander: Jungkäfer, Puppen, Larven und Altkäfer, die die Bäume befallen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1034775_image" /></div> <BR /><BR />In folgendem Video erfahren Sie alles über die aktuelle Borkenkäfer-Situation und die katastrophalen Schäden, die der Käfer in Südtirol anrichtet.<BR /><BR /> <video-jw video-id="gbZgjt41"></video-jw>