Montag, 31. August 2015

Die Retter mit dem Defi können aufatmen

Defibrillatoren können Leben retten. Wohl auch deshalb müssen Sportanlagen in Südtirol von Gesetz wegen damit ausgestattet sein. Doch bislang durften die geschulten Retter die Geräte nur in einem Zeitfenster von zwei Jahren anwenden - sehr zum Leidwesen jener, die für den regelkonformen Einsatz der Defis Sorge tragen mussten: die Sportvereine.

Wer einen Defibrillator anwenden will, benötigt einen gültigen "Befähigungsnachweis zur Benutzung" dieser Geräte.
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Wer einen Defibrillator anwenden will, benötigt einen gültigen "Befähigungsnachweis zur Benutzung" dieser Geräte. - Foto: © LaPresse

Es ist eine gute Sache. Doch die Umsetzung erfolgt - wie gewöhnlich - nicht ohne Aufwand.

Sportstätten-Betreiber und Sportverein müssen ihre Aufgaben machen

Die Landesregierung hatte im Dezember 2014 einen Beschluss gefasst, durch den die Sportanlagen im Land mit einem Defibrillator ausgestattet werden müssen. Dafür muss der Eigentümer der Sportanlagen sorgen. 

Während Trainings und Wettkämpfen muss dann eine Person anwesend sein, die den Defibrillator sachgemäß bedienen kann. Das wiederum muss der Sportverein garantieren. STOL hatte über diese Regelungen berichtet. Soweit so gut.

Allerdings gingen mit der Einführung der Defibrillatoren auch neue Auflagen bei der Umsetzung einher. „Jede Person, die einen Defibrillator anwendet, muss eine spezielle Ausbildung dafür machen", so Sportlandesrätin Martha Stocker, die sich über den Zusatz-Aufwand durch die Defi-Verordnung im Klaren war.

Der Aufwand mit der "Ermächtigung zur Benutzung der Defibrillatoren" 

Und: Diese sogenannte "Ermächtigung zur Benutzung der Defibrillatoren" hat im Staate Italien eine zeitlich beschränkte Gültigkeit. Zwar wurde diese bereits 2014 von einem auf zwei Jahre erhöht, doch der Aufwand für die Zuständigen war nicht unerheblich.

Bis jetzt. Denn die Zeitbegrenzung wurde gekippt, was die regelkonforme Anwendung von Defibrillatoren ungemein erleichtert.

Wer den Befähigungsnachweis hat, darf den Defi zeitlebens anwenden

Im Rahmen der Konferenz der Regionen und autonomen Provinzen ist dazu ein Abkommen mit Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin geschlossen worden. Es sieht unter anderem vor, "dass die Ermächtigung zur Benutzung der Defibrillatoren zeitlich unbegrenzt und auf dem gesamten Staatsgebiet gültig ist", so Stocker.

Das bedeutet zum einen, dass eine einmal ermächtigte Person für immer und unabhängig von sogenannten periodischen Retrainings zur Benutzung des Defis legitimiert ist. Zum anderen, dass die von einer Region oder autonomen Provinz ausgestellte Ermächtigung in ganz Italien gilt. 

Dies gilt für die Benützung alle Defibrillatoren - mit Ausnahme jener, die in Krankenhäusern im Einsatz sind.

Erleichterung für Sportvereine

„Wir haben uns in Rom in den verschiedenen Kommissionen intensiv für die unbegrenzte Gültigkeit stark gemacht, haben Unterstützer für dieses Anliegen gefunden und sind daher über dieses Abkommen sehr erfreut“, erklärte Sportlandesrätin Martha Stocker am Montag.

Dies bringt vor allem für Südtirols Sportvereine eine wesentliche Erleichterung mit sich.

stol/ker

stol