Donnerstag, 21. September 2017

Die Sache mit dem Heizen in Südtirol

„Heizung an“ hieß es am Montag in Bozen und in Meran. Anlässlich des vorverlegten Startschusses hat STOL mit dem Präsidenten des Südtiroler Gemeindenverbands, Andreas Schatzer, über Südtirols Heizrechte und -pflichten gesprochen. Beide sind dabei über eine Ungenauigkeit gestolpert.

So heizt Südtirol wirklich.
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So heizt Südtirol wirklich. - Foto: © shutterstock

Wie berichtet, wird Südtirol laut italienischem Dekret zum Thema Heizen in zwei Zonen unterteilt: Zone E, in der das Heizen für täglich 14 Stunden von 15. Oktober bis 15. April erlaubt ist, und Zone F, in der es keinerlei Einschränkungen gibt, was das Heizen betrifft.

Der Teufel liegt wie immer im Detail: Zwar stimmt es, dass sich alle Gemeinden, die der Zone E zugeteilt wurden, wie berichtet zwischen Bozen und Meran sowie im Überetsch und im Unterland befinden.

Allerdings gehören NICHT alle Gemeinden zwischen Bozen und Meran sowie im Überetsch und im Unterland der Zone E an. Klar soweit?

Heiz-Grenze liegt bei rund 400 Höhenmetern

Die Lösung des Rätsels ist bei eingehender Studie der Gemeindenauflistung ganz einfach: Der italienische Staat hat alle Südtiroler Gemeinden, die unterhalb von 400 Höhenmetern liegen, der Zone E zugeteilt, in der nur eingeschränkt geheizt werden darf. Nur in außergewöhnlichen Situationen - etwa ungewöhnlich kalte Temperaturen im September - kann der Bürgermeister der Gemeinde per Verordnung einen verfrühten Heiz-Start erlassen.

Diese Gemeinden gehören zu Zone E

Wer darf denn nun ohne Sondergenehmigung wirklich nur von 15. Oktober bis 15. April 14 Stunden täglich heizen? In die Kategorie E fallen die Gemeinden Andrian, Algund, Auer, Bozen, Branzoll, Burgstall, Gargazon, Karneid, Kurtatsch, Kurtinig, Neumarkt, Leifers, Lana, Margreid, Marling, Meran, Nals, Pfatten, Salurn, Terlan, Tramin und Tscherms.

Alle anderen Gemeinden liegen folglich in der Zone F, darunter auch Überetscher Gemeinden wie Eppan (411 Meter über dem Meeresspiegel) und Kaltern (425 M.ü.d.M.) oder Gemeinden im Unterland wie Aldein (1225 M.ü.d.M.), Montan (497 M.ü.d.M.) oder Truden (1127 M.ü.d.M.).

Der erneute Anstieg der Temperaturen könnte die Diskussion rund ums Thema Heizen zwar für einige Zeit wieder uninteressant machen. Aber wenigstens herrscht jetzt Klarheit im Heizraum.

stol/liz

stol