Das ehemalige Kloster werde bald auch wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein, versichert Landeskonservatorin Karin Dalla Torre. Auf die Namensgebung des Hotels habe man allerdings keinen Einfluss, sagt Bürgermeister Martin Ausserdorfer. Dennoch forderte der Gemeinderat die Eigentümer auf, auch den deutschen Namen in die Hotelbezeichnung aufzunehmen. <h3> Diskussion um den Namen</h3>Die Freie Liste St. Lorenzen beanstandete in einem Beschlussantrag, dass das neue Hotel von den Betreibern ohne den historischen Namen „Schloss Sonnenburg“ und nur mit „Castel Badia“, der „rein künstlichen faschistischen Übersetzung“, beworben werde. Der Gemeinderat sollte die einheimischen Mehrheitseigentümer auffordern, auch den historischen Namen für zukünftige Generationen zu erhalten, führte Dietmar Demichiel aus. Bürgermeister Martin Ausserdorfer warf ein, dass man auf die Namensgebung keinen Einfluss habe, aber in sämtlichen amtlichen Dokumenten „die Sonnenburg weiterhin die Sonnenburg bleibt“. Er verwies auch darauf, dass die Wurzeln des Namens nicht im Faschismus zu suchen seien, sondern auf die ehemalige Benedikterinnenabtei hinweisen. „Auch der Name Abteital – Val Badia – sagt uns, dass das Gadertal das Tal der Abtei – Abazzia – war.“ Das Tal habe seinen Namen nach der Gründung des Klosters bekommen, da der Stifter, Graf Volkhold, alle seine Besitztümer dort dem Kloster vermacht habe. Nichtsdestotrotz sei er für den Antrag, die Eigentümer auf den Erhalt des historischen Namens hinzuweisen. Dem stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.<h3> Zugang zur Anlage</h3>Vertagt wurde hingegen ein zweiter Beschlussantrag zur Zugänglichkeit der ehemaligen Klosteranlage. Demichiel verwies auf einen Beschluss des Gemeinderates von 1970, wonach bestimmte Räumlichkeiten für die Bevölkerung zugänglich bleiben müssen. Dieser sei fünf Jahre später erneuert worden und immer noch gültig. Darauf müsse die Gemeindeverwaltung bei den neuen Eigentümern pochen, betonte er. Bürgermeister Ausserdorfer erklärte, dass die Zugänglichkeit der Anlage bereits vor Baubeginn zwischen Gemeinde, Denkmalamt und Eigentümern vereinbart worden sei. Das Denkmalamt werde demnächst eine entsprechende Vereinbarung mit den Eigentümern unterzeichnen. Das bestätigt Landeskonservatorin Karin Dalla Torre. „Diese Vereinbarung garantiert, dass die historisch bedeutsamen Teile der Sonnenburg, wie der Kreuzgang oder die Krypta, für geführte Gruppen regelmäßig zugänglich sind“ – ohne den Hotelbetrieb zu stören. „Auch Bar und Restaurant werden zugänglich sein – mit Reservierung“, ergänzt Ausserdorfer. Um die Vereinbarung abwarten und einsehen zu können, wurde der Beschlussantrag vertagt.<BR /><BR />Karin Dalla Torre verweist darauf, dass viele denkmalgeschützten Gebäude in Südtirol im Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich seien. Im übrigen ändere der Hotelname nichts an der Bezeichnung des Kulturdenkmals, das weiterhin als „Kloster Sonnenburg“ geführt werde. <BR /><BR />Bürgermeister und Landeskonservatorin betonen, dass die Sonnenburg in Abstimmung mit dem Denkmalamt fachgerecht und vorbildlich saniert worden sei. Rund 25 Millionen Euro hat die Hotel Schloss Sonnenburg GmbH investiert, an der die Kronplatz Touristik GmbH 48 Prozent, die Gasser Touristik GmbH 24 Prozent, Gunther Knötig 24 Prozent und die Egnazia-Gruppe 4 Prozent halten.