Schon seit mehr als 10 Jahren ist das Nachtleben am Bozner Obstmarkt in den Negativschlagzeilen. Vollends eskaliert ist die Situation nach dem Ende der Corona-Pandemie: Es wurde gefeiert bis zum Morgengrauen. Nach langem Zögern hat die Gemeindeverwaltung reagiert und Bürgermeister Renzo Caramaschi eine Verordnung erlassen, mit der man das Party-Volk in die Schranken weisen wollte. <BR /><BR />Jetzt, wo die warme Jahreszeit Fahrt aufnimmt, stellt sich die Frage: Hat die Gemeindeverwaltung das Thema auf dem Radar? „Immer“, antwortet Stadträtin Johanna Ramoser. Aktuell sei die Lage ruhig. „Beschwerden hat es letzthin keine gegeben“, berichtet sie. <BR /><BR />Die Stadträtin steht in ständigem Kontakt mit dem Kommandanten der Stadtpolizei Fabrizio Piras. „Erst heute (Anm. d. Red.: am Freitag) hat er mir berichtet, dass seit Februar jeden Freitag- und Samstagabend fix 2 Streifen am Obstmarkt stehen. Mehrere Beamte behalten die Lage im Auge.“ Es scheint zu funktionieren.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="908605_image" /></div> <BR /><BR /> Eine Neuauflage der Verordnung zur Gewährleistung der Nachtruhe steht derzeit nicht zur Diskussion. „Sollte die Situation wieder eskalieren, dann ist nicht ausgeschlossen, dass sie wieder in Kraft tritt“, kündigt Ramoser an. Sie ist seit jeher der Meinung, dass es ein Miteinander geben kann. Der Obstmarkt sei eine beliebte Ausgehmeile, bei Einheimischen wie Touristen, „es gibt aber klare Regeln, an die sich vor allem die Gäste und Lokalbetreiber halten müssen“, sagt sie. „Wir haben letzthin die Kontrollen verschärft und versucht, Missstände zu beseitigen. Es gilt, konsequent zu bleiben und die Einhaltung der Regeln einzufordern“, erklärt die Stadträtin. <BR /><BR />Die Zügel wurden auch in Sachen Bettelei und illegalem Wanderhandel angezogen. „Die Stadtpolizei wird dahingehend aktiver sein. Den Sommer über gibt es unter anderem eine mobile Station der Stadtpolizei auf dem Waltherplatz. Immer samstags werden die Beamten dort anzutreffen sein“, erklärt Ramoser. <h3> Vorschlag „Freizeitoasen“</h3>Indes berichtet Angelika Huber, Geschäftsführerin der Genossenschaft „BZHeartbeat“, dass sich Anrainer und Geschäftsbetreiber bei ihr gemeldet hätten. „Ich wurde gebeten, bei der Gemeinde zu intervenieren“, sagt Huber. Gegen friedliche Feiern habe niemand etwas, aber „Exzesse gilt es zu unterbinden.“ Huber zeigt Verständnis, dass sich die jungen Leute treffen, Spaß haben und feiern wollen. <BR /><BR />Nachdem es im Stadtzentrum aber zu wenige Clubs oder Discos gibt, in denen auch nach Mitternacht weitergetanzt werden kann, schlägt sie sogenannte „Freizeitoasen“ im Gewerbegebiet Bozen Süd vor. „Man könnte mit Immobilienbesitzern in Kontakt treten und anfragen, ob sie eventuell leerstehende Hallen zur Verfügung stellen würden“, schlägt Huber vor. <BR />