Freitag, 11. Juni 2021

Die Suche nach Samans Leiche geht weiter

Die Suche nach der Leiche von Saman Abbas, der 18-jährigen Pakistanerin, die vermutlich von einem Cousin erdrosselt wurde, weil sie sich einer Zwangsehe widersetzte, geht in den Feldern von Novellara in der Provinz Reggio Emilia weiter.

Noch immer wird nach dem Leichnam von Saman Abbas gesucht.
Noch immer wird nach dem Leichnam von Saman Abbas gesucht. - Foto: © ANSA / ANSA / MAU / MAU / MAU / MAU
Die Suchaktion mit Spürhunden und technologischen Geräten konzentrierte sich auf einige Stellen, in denen der Georadar Anomalien im Boden feststellte.

Durchkämmt wurden Felder und Kanäle unweit des Landwirtschaftsunternehmens, in dem Vater und Cousin des Opfers arbeiteten. Ikram Ijaz, Cousin Samans, der in Frankreich festgenommen und inzwischen an Italien ausgeliefert wurde, wurde am Donnerstag in der Strafanstalt von Reggio Emilia vernommen.

Zusammen mit einem weiteren Cousin, einem Onkel und den Eltern Samans wird er des vermutlichen vorsätzlichen Mordes an der jungen Frau verdächtigt, die vor über einem Monat aus Novellara verschwand.

Die Staatsanwälte haben inzwischen bei der pakistanischen Justiz einen Antrag auf Festnahme der Eltern des Mädchens eingereicht, die nach dem vermutlichen Tod Samans in die Heimat geflüchtet waren.

Auf der Flucht befindet sich auch Danish Hasnain (33) – also jener Cousin, der für den Mord und das Verschwinden von Samans Leiche verantwortlich gemacht wird. Vermutet wird, dass er sich nach Frankreich abgesetzt hat.

Die pakistanische Gemeinschaft in Italien erklärte sich über den Fall Saman zutiefst erschüttert. Das Verschwinden des Mädchens beschäftigt auch die Regierung Draghi.

Das Kabinett arbeite an Maßnahmen, „um die Sicherheit der Frauen zu verbessern und an einem italienisch-islamischen Verhandlungstisch einen Weg zu einer stärkeren Integration zu teilen“, sagte Innenministerin Luciana Lamorgese in der Fragestunde des Parlaments zum Fall.

„Das wirksamste Gegenmittel ist eine umfassende Netzwerkaktion, an der sich Institutionen und Verbände beteiligen sollen“, so Lamorgese. „Es ist von grundlegender Bedeutung, dass die Kultur des Respekts Teil des Wachstums- und Reifungsprozesses der jungen Menschen wird.“ Kulturelle Unterschiede seien keine Entschuldigung, um die Grundprinzipien, auf denen die italienische Gesellschaft basiere, nicht vollständig einzuhalten, so die Ministerin.

apa