In den letzten Jahrzehnten ist die Lebenserwartung bei der Geburt dank einer Reihe wichtiger Faktoren stark gestiegen. Zu diesen Einflussgrößen zählen eine rückläufige Säuglingssterblichkeit, ein gestiegener Lebensstandard, eine gesündere Lebensweise, bessere Bildung und Vorsorge, sowie Fortschritte im Gesundheitswesen und in der Medizin. Lebenserwartung um 10 Jahre gestiegenIn der Region Trentino-Südtirol betrug der Zuwachs der Lebenserwartung zwischen 1975 und 2015 mehr als 10 Jahre (erst ab dem Jahr 1992 liegen die Berechnungen getrennt für die beiden Autonomen Provinzen Bozen und Trient vor), wobei sich der jährliche Zuwachs allmählich abschwächt. Die einst beträchtlichen geschlechtsspezifischen Unterschiede verringern sich langsam: Im Jahr 1975 betrug die Differenz noch 7 Jahre, im Jahr 2015 nur mehr 4,7 Jahre. Dies ist vor allem auf die verhältnismäßig stärker gestiegene Lebenserwartung der Männer zurückzuführen. 86 für die Frau - 81 Jahre für den Mann In Südtirol kann ein im Jahr 2015 geborener Junge mit einer Lebenserwartung von fast 81 Jahren rechnen, ein neugeborenes Mädchen mit fast 86 Jahren. Die Lebenserwartung beider Geschlechter liegt damit über dem gesamtstaatlichen Wert, der sich 2015 auf 80,1 Jahre für die Männer und auf 84,6 Jahre für die Frauen beläuft. Unterschiede zwischen Regionen beträchtlichDie Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen Italiens sind beträchtlich: Die höchste Lebenserwartung weist die Provinz Trient auf, die niedrigste die Region Kampanien. Die regionalen Unterschiede betragen 2,9 Jahre bei den Männern und 3,0 Jahre bei den Frauen. Auch die Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren hat in den letzten 40 Jahren kontinuierlich zugenommen: 1975 betrug sie auf gesamtstaatlicher Ebene 13 Jahre für den Mann und 16,4 Jahre für die Frau, 2015 bereits 18 Jahre für den Mann und 22 Jahre für die Frau. Im EU-Vergleich ist Italien ganz vorne mit dabeiVergleicht man die gesamtstaatlichen Werte mit jenen der anderen EU-Staaten, so findet sich Italien bei beiden Geschlechtern auf den vordersten Plätzen der Rangordnung wieder: Die Lebenserwartung der italienischen Männer ist die zweithöchste in der EU, nach jener der schwedischen Männer, jene der Italienerinnen die dritthöchste nach jenen der Spanierinnen und Französinnen. Gesunde LebensjahreDer geschlechtsspezifische Unterschied bei den gesunden Lebensjahren ist deutlich geringer als bei der Lebenserwartung insgesamt: Auf EU-Ebene beträgt er 2015 lediglich 0,7 Jahre zugunsten der Frauen, obwohl deren Lebenserwartung durchschnittlich um 5,4 Jahre höher ist als jene der Männer. Anstieg der LebenserwartungVergleicht man die gesamtstaatlichen Daten von 2005 und 2015, so ist zwar einerseits ein Anstieg der Lebenserwartung zu beobachten, gleichzeitig aber auch ein Absinken der Anzahl voraussichtlich gesunder Lebensjahre bei beiden Geschlechtern. Die höhere Langlebigkeit geht also nicht unbedingt mit einer größeren Lebensqualität im Alter einher: Chronische Erkrankungen und altersspezifische Gebrechen führen zu deutlichen Einschränkungen in der Lebensqualität. Die behinderungsfreie Lebenserwartung ist in den letzten 10 Jahren bei den Männern um 4 Jahre, bei den Frauen um 5,1 Jahre gesunken. Wie berechnet man die Lebenserwartung?Die Berechnung der Lebenserwartung erfolgt anhand von Sterbetafeln: Diese weisen getrennt nach Geschlecht aus, wie viele Personen eines Ausgangsbestandes (von meist 100.000 Personen) aufgrund der aktuellen Sterbewahrscheinlichkeiten in den einzelnen Altersjahren überleben beziehungsweise sterben werden. stol/vvs