Montag, 30. Juli 2018

Die Südtiroler und ihre Freunde

Anlässlich des Internationalen Tages der Freundschaft am heutigen 30. Juli hat das Landesinstitut für Statistik, Astat, einige Daten zu den zwischenmenschlichen Beziehungen, Freundschaften und zum Vertrauen der Südtiroler in die Mitmenschen bekanntgegeben. Fast alle Südtiroler, nämlich 98 Prozent, haben demnach Freunde. 77 Prozent, also 3 von 4, können bei Bedarf auf sie zählen.

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Foto: © shutterstock

2 Drittel der Bevölkerung (69 Prozent) können auch mit der Unterstützung durch ihre Nachbarn rechnen. Außerdem ist das kollektive Vertrauen in Südtirol sehr hoch: 42 Prozent der Wohnbevölkerung, und somit deutlich mehr als im gesamtstaatlichen Durchschnitt, nämlich 20 Prozent, denken, dass man den meisten Mitmenschen vertrauen kann.

So oft werden die Freundschaften gepflegt

15,5 Prozent der Südtiroler treffen ihre Freunde jeden Tag, fast 56 Prozent sehen sie einmal oder mehrere Male in der Woche. 23,4 Prozent sehen die Freunde seltener, und etwas mehr als 5 Prozent haben keine Freunde oder treffen sie nicht. Im Durchschnitt treffen die Südtiroler ihre Freunde in der Freizeit ungefähr 3 Mal in der Woche.

Die Häufigkeit der Treffen mit Freunden ist unabhängig vom Geschlecht und von der Art der Wohngemeinde, korreliert jedoch sehr wohl mit dem Alter der Personen. Unter den Jüngsten findet sich der höchste Prozentsatz von Personen, die sich täglich mit ihren Freunden in der Freizeit treffen, nämlich 38,6 Prozent unter den unter 18-Jährigen.

Dieser Anteil sinkt auf etwas mehr als 17 Prozent bei den 18- bis 39-Jährigen und schließlich auf 9 Prozent bei den Personen über 39 Jahren. Gleichzeitig sinkt die durchschnittliche Anzahl der Treffen pro Woche von 4,3 bei den 6- bis 17-Jährigen auf 3,2 bei den 18- bis 39-Jährigen und schließlich auf 2,2 bei den Personen im Alter von 40 und mehr Jahren.

Auf Freunde kann man zählen

Nach oben genannter Definition haben nicht alle Südtiroler echte Freunde. Zwar geben 98,4 Prozent der Personen mit 14 und mehr Jahren an, Freunde zu haben, jedoch nur 76,6 Prozent können auf ihre Freunde im Bedarfsfall zählen. 14,5 Prozent haben keine echten Freunde, und fast 9 Prozent sind sich der Echtheit ihrer Freundschaften nicht sicher.

Im Notfall besteht auch die Möglichkeit, sich außer an Freunde an andere Personen zu wenden: 69 Prozent der Bevölkerung haben Nachbarn, die gerne helfen, und 56,5 Prozent können auf andere Verwandte – neben Eltern, Geschwistern, Großeltern und Enkelkindern – zählen.

Mit dem Alter nimmt das Vertrauen ab

Die Daten weisen keine signifikanten Unterschiede nach Geschlecht auf, aber eine Abhängigkeit vom Alter. Tatsächlich nehmen die Prozentsätze der Personen, die angeben, im Notfall auf Freunde zählen zu können, mit steigendem Alter ab: 89 Prozent unter den 14- bis 39-Jährigen, 75,3 Prozent bei den 40- bis 64-Jährigen, 58,8 Prozent bei den Über-64-Jährigen.

Auch was die Hilfsbereitschaft von Verwandten angeht, bietet sich ein ähnliches Bild: 71,3 Prozent bei den 14- bis 39-Jährigen, knapp 54 Prozent bei den 40- bis 64-Jährigen, 37,3 Prozent bei den Über-64-Jährigen.

Förderung der Solidarität

62,3 Prozent der Südtiroler im Alter von 14 und mehr Jahren setzen sich zugunsten anderer ein, indem sie kostenlos Personen helfen, mit denen sie nicht zusammenleben (Begleitung, Kinderbetreuung, wirtschaftliche Hilfe und so weiter) oder unterstützen Vereinigungen durch freiwillige und unentgeltliche Arbeit oder Geldmittel.

In den 4 Wochen vor der Astat-Erhebung haben 46 Prozent der Südtiroler Personen geholfen, mit denen sie nicht zusammenleben. Im Jahr vor der Erhebung haben 25 Prozent Vereinigungen Geld gespendet, 18 Prozent unentgeltliche Arbeit für Vereine oder Freiwilligengruppen geleistet, während 13 Prozent unentgeltlich für eine Vereinigung, die nicht aus Freiwilligen besteht, gearbeitet haben.

Das Vertrauen in fremde Mitmenschen

41,6 Prozent der Südtiroler vertrauen ihren Nächsten, während 58,4 Prozent denken, dass man sehr vorsichtig sein müsse, wenn man Beziehungen zu Anderen unterhält. Der Landesdurchschnitt in Hinblick auf das Vertrauen liegt deutlich über dem gesamtstaatlichen Mittelwert: Italienweit vertrauen fast 20 Prozent der Personen ihren Mitmenschen, während etwas mehr als 80 Prozent misstrauisch sind. Südtirol verzeichnet den höchsten Wert unter den Regionen Italiens, gefolgt vom Trentino. Sizilien bildet mit 11,8 Prozent das Schlusslicht der Rangordnung.

Etwas mehr als 91 Prozent der Südtiroler Bevölkerung sind sehr beziehungsweise ziemlich sicher, dass die Ordnungskräfte eine gefundene Geldtasche zurückgeben würden, und ungefähr genauso viele, nämlich 88,5 Prozent vertrauen auch bei ihren Nachbarn darauf. Dass ein völlig Fremder die Geldtasche zurückbringen würde, glauben nur 22,4 Prozent.

Wie schon der Wert zum allgemeinen Vertrauen in die Mitmenschen, ist auch der Anteil Südtiroler, die ihren Nachbarn vertrauen, dass sie die verlorene Geldtasche zurückbringen, um einiges höher als auf gesamtstaatlicher Ebene (88,5 Prozent gegen gute 70 Prozent). Über dem nationalen Durchschnitt liegt auch das Vertrauen in das diesbezüglich positive Verhalten von Ordnungshütern (91,3 Prozent gegen gute 82 Prozent) und von Unbekannten (22,4 Prozent gegen 11,5 Prozent).

stol

stol