<b>Woher hat der Monitoringausschuss den Überblick über die Probleme im ÖPNV?</b><BR />Giacomo Frapporti: Einerseits von den zahlreichen Meldungen, die wir erhalten, und andererseits aus unseren direkten eigenen Erfahrungen, da wir als selbst Betroffene täglich mit diesen Schwierigkeiten im ÖPNV zu kämpfen haben.<BR /><BR /><b>Welches sind die wesentlichsten?</b><BR />Frapporti: Die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, lassen sich in zwei große Kategorien einteilen. Auf der einen Seite gibt es strukturelle Schwierigkeiten, wie beispielsweise schwer zugängliche Bahnhöfe, deren Bahnsteige nicht auf Höhe der Fahrzeuge liegen oder nicht mit taktilen Leitwegen ausgestattet sind, die es ermöglichen, den richtigen Bahnsteig oder das richtige Gleis genau zu finden. Zu den strukturellen Problemen gehören auch das Fehlen von akustischen Systemen, die über Abfahrten und Ziele informieren, und das Fehlen von Sprachinformationssäulen, die in vielen anderen Städten vorhanden sind. <BR /><BR /><b>Und die zweite Kategorie?</b><BR />Frapporti: Auf der anderen Seite gibt es Probleme, die darauf zurückzuführen sind, dass Dinge, die funktionieren sollten, nicht funktionieren. Nicht funktionierende oder nicht synchronisierte akustische Ansagen in Bussen, das Fehlen oder die verspätete Wiedereinführung der Ansage der Liniennummer beim Öffnen der Türen, defekte Aufzüge in Bahnhöfen, zu leise Ansagen, um sie zu verstehen, und das Fehlen der Ansage der nächsten Station im Zug sind alles Beispiele für Elemente, die zwar vorhanden, aber nicht nutzbar sind oder nicht angemessen gewartet werden.<BR /><BR /><b>Und Ihre persönlichen Erfahrungen?</b><BR />Frapporti: Die tägliche Fortbewegung ist eine echte Herausforderung. Ohne die Hilfe anderer, insbesondere wenn man sich außerhalb seines gewohnten Umfelds befindet und sich in weniger vorhersehbaren Situationen bewegt, kann jedes kleine Hindernis zu einem erheblichen Problem werden. Der Mangel an barrierefreien Informationen, Störungen und Barrieren im öffentlichen Nahverkehr führen täglich zu Unsicherheiten, Wartezeiten, Risiken und Abhängigkeit von anderen.<BR /><BR /><b>Was bedeuten diese Mängel für Sie?</b><BR />Frapporti: Wenn die Haltestellenansagen nicht funktionieren oder nicht mit der tatsächlichen Route übereinstimmen, ist es unmöglich, sich selbstständig zu orientieren. Das Fehlen der Ansage der Liniennummer beim Öffnen der Bustüren erschwert die Identifizierung des richtigen Verkehrsmittels zusätzlich. Auch Bushaltestellen sind oft schwer zugänglich, da sie keine akustischen Abfahrtsanzeigen haben und nicht mit taktilen Leitwegen ausgestattet sind, die dabei helfen, den richtigen Bahnsteig zu erreichen. Das Fehlen von Sprachinformationssäulen macht es noch schwieriger zu verstehen, wo man sich befindet und welche Linien kommen. Im Bahnbereich stellen die zu geringe Lautstärke der Ansagen und das Fehlen der Ansage der nächsten Station in einigen Zügen Hindernisse dar, die die Selbstständigkeit von Blinden und Sehbehinderten erheblich beeinträchtigen, insbesondere in überfüllten oder lauten Umgebungen. Obwohl es in verschiedenen Bereichen Verbesserungen gegeben hat, bleibt noch viel zu tun für eine für alle zugängliche Mobilität.<BR /><BR /><b>Ihr Wunsch für den ÖPNV?</b><BR />Frapporti: Dass insbesondere bei neuen Infrastrukturen Menschen mit Behinderungen in die verschiedenen Ausschüsse einbezogen werden, die für den Bau und die Instandhaltung der Mobilitätsinfrastrukturen zuständig sind.