Der Landesmeteorologe Dieter Peterlin erklärt, wo genau die Wetterstation steht und warum der Standort aus fachlicher Sicht bewusst so gewählt wurde.<BR /><BR />Die Hitzewelle in Südtirol sorgt für weitere historische Rekorde. In Bozen wurde am Mittwoch der 23. Tag mit Temperaturen von mindestens 35 Grad verzeichnet, wie Landesmeteorologe Dieter Peterlin bekanntgab. Damit ist der bisherige Rekord von 2015 mit 22 Tagen geknackt und die Serie geht weiter. Dabei werden die Temperaturen nicht mitten in der dicht besiedelten Stadt gemessen.<BR /><BR /><BR />Die Bozner Wetterstation liegt 245 Meter über dem Meeresspiegel auf dem Areal des Krankenhauses in Moritzing, gegenüber dem sogenannten „W“-Gebäude. <BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1347102_image" /></div> <BR /><BR /><BR />„In Bozen hat die Wetterstation in der Vergangenheit häufiger den Standort gewechselt, seit den 1980er Jahren steht sie nun am Standort in Moritzing“, erklärt Dieter Peterlin gegenüber Südtirol Online. <BR />Die Entscheidung, die Wetterstation an dieser Stelle zu positionieren, hatte fachliche Gründe. „Der Standort von Wetterstationen wird und wurde bewusst am Rand des Siedlungsgebietes gewählt, um die Lufttemperatur unter standardisierten Bedingungen zu erfassen“, erklärt Peterlin weiter. Denn „Wetterstationen sollten möglichst frei von unmittelbaren Einflüssen wie Gebäuden, Asphaltflächen oder Bäumen stehen. Nur so sind die Messwerte mit anderen Stationen vergleichbar und entsprechen den internationalen Vorgaben der Weltorganisation für Meteorologie“, betont der Meteorologe.<BR /><BR />„In der Bozner Innenstadt können die Temperaturen durchaus deutlich höher liegen als am Stadtrand, in etwa zwei bis drei Grad, sowohl bei Tag als auch bei Nacht“, unterstreicht er. Vorausgesetzt es werde immer ordnungsgemäß im Schatten gemessen, in der Sonne zeigten manche „Apotheken“-Temperaturangaben momentan auch über 50 Grad.<BR /><BR />Offizielle Daten über die Temperaturen in der Landeshauptstadt liegen seit weit über 100 Jahren vor. „Von Bozen gibt es eine kontinuierliche homogenisierte Messreihe der Temperatur seit 1850. Seit 1926 gibt es auch noch detailliertere Daten“, so der Fachmann für Meteorologie. Da aber nicht nur der Standort einen Einfluss auf die Messungen habe, sondern sich auch die Messtechnik mit den Jahren verändert habe, „wurden die Daten homogenisiert, also korrigiert, um die Daten der Vergangenheit mit jeden von heute vergleichen zu können“, erklärt Landesmeteorologe Peterlin.