Kalt ist es im Büro! Sogar sehr kalt. 19 Grad sollen das sein? Jetzt, wo die Außentemperaturen winterlich sind und die Natur unter einer Raureifdecke erwacht, fühlt es sich eher an, als würde man in einer Gefrierkammer denn am Arbeitsplatz sitzen. <BR /><BR />Dass es richtig war, diese Maßnahme in Zeiten wie diesen zu setzen, bezweifle ich nicht im Ansatz! Sie dagegen zu leben, ist schwieriger als gedacht. Entsprechend unterkühlt ist die Stimmung. Und die Anti-Kälte-Taktiken reichen vom heißen Tee bis zur Thermounterwäsche.<BR /><BR /> Ich schwöre ja auf meine Kirschkernmaus, die mir so hitzig zu Füßen liegt, wie ich es mir von manchem Mann wünschen würde. Doch ihre Wirkmacht reicht leider nicht bis zur Nase, die still und leise vor sich hintropft. Und während ich mit diesen 19 Bürograden hadere und mich nach jenen 21 sehne, die ich für selbstverständlich gehalten habe, bevor uns Krieg und Krise das Zittern gelehrt haben, betritt eine Eiseskälte den Geist, die ich mir nicht einmal vorstellen kann. <BR /><BR />Und ich muss an jene Menschen denken, die kein Dach über dem Kopf haben – mitten unter uns, doch vor allem in der Ukraine. Wie schrecklich muss das sein für die Mütter dort, die nicht wissen, wie sie ihre Kinder warmhalten können in einem Winter, der noch viel kälter ist im Krieg, wo so oft auch die Menschlichkeit erfriert. Wie verzweifelt müssen sich die Alten und Kranken fühlen, die ihr letztes Hemd am Leib tragen, weil alles der Bombenhagel in Schutt und Asche gelegt hat – auch die Hoffnung auf ein Ende des Wahnsinns. Dieses Ende… Es ist nicht abzusehen. <BR /><BR />Und während die Menschen frieren und sterben, weint ein alter Mann vor den Augen der Welt bittere Tränen um sie. Auch Papst Franziskus kann das Leiden in der Welt nicht ändern. Doch sein Mitgefühl ist es, das berührt und etwas in Gang zu setzen vermag – den Wunsch zu helfen, die Kraft der Solidarität oder… die Dankbarkeit, seine Heizung aufzudrehen und auf 19 Grad einstellen zu können.<BR />