Donnerstag, 26. August 2021

„Die Ungeimpften schaden sich vor allem selbst“

Mit gemischten Gefühlen und zum Teil alles andere als optimistisch blicken Schüler, Eltern und Lehrer dem Schulbeginn entgegen. Auch am Donnerstag haben viele ihre Gedanken den „Dolomiten“ mitgeteilt.

Die Leser der „Dolomiten“ teilen ihre Meinungen und Gedanken zum bevorstehenden Schulanfang.
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Die Leser der „Dolomiten“ teilen ihre Meinungen und Gedanken zum bevorstehenden Schulanfang. - Foto: © APA (dpa) / Uli Deck
Die Tochter von Sonia Succi kommt heuer in die erste Klasse. In ihrer Zuschrift erklärt sie, dass ihre Angst groß sei, „wie wir alles überstehen werden, mit dieser Pandemie...“.

Alles andere als optimistisch blickt Tim Gerstgrasser aus Meran, Schüler der WFO Meran, dem Schuljahr entgegen. Die vergangenen 2 Jahren seien geprägt gewesen vom Unmut „über die Maßnahmen jeglicher Art“ und von „Inkorrektheit und Fehleinschätzungen der Politik“. So sei es falsch, dass die Schulen keine Infektionsherde wären. „Trotz größter Bemühungen gerade vonseiten der Schule treten Infektionen in einer Schule auf. Die Schule ist nun mal nicht der einzige Ort, an dem sich Schüler treffen und potenziell infiziert werden können. Gerade bei privaten Treffen können Ansteckungen erfolgen, die sich dann negativ auf den Schulbetrieb und vor allem auf die Stimmung einer Klasse auswirken“, schreibt Gerstgrasser. Er vermutet, dass es eine Maskenpflicht in der Schule geben wird, die mit der Zeit aufgehoben werde. „Ich ahne, dass es sich dabei im Nachhinein um einen Fehler handeln wird.“ Auch werde es dabei bleiben, dass die Fenster regelmäßig geöffnet werden müssen – auch wenn dabei nicht beachtet werde, dass es im Winter kälter sei. Für den Schüler sind Luftfilter, „die hoffentlich bereitgestellt werden“, die „einzige wirklich sinnvolle Maßnahme zum Erhalt des Präsenzunterrichts“. Gerstgrasser spricht sich für kleinere Klassen aus und für die Nasenflügel-Selbsttests, die aber schon eine geringe Virenlast anzeigen sollten. „Sollten diese Tests erst bei einer hohen Virenlast ausschlagen, kann man sich die Tests praktisch sparen. Das Virus ist dann nämlich bereits seit mehreren Tagen übertragbar“, meint der Schüler, der ebenso schreibt: „Die Ungeimpften schaden sich in erster Linie selbst. Nicht den anderen. Denn bekanntlich können auch Geimpfte das Virus übertragen. Der Unterschied liegt also nicht in der Übertragungsfähigkeit des Virus, sondern in der Schwere des Verlaufs.“

Peter Steiner aus Sterzing ist Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften am Vinzentinum in Brixen. Er sieht dem neuen Schuljahr mit gemischten Gefühlen entgegen. „In meinen Augen hat die generelle Impf- bzw. Testpflicht für das Lehrpersonal das Potenzial, die Lehrerschaft zu spalten. Dass dieser Konflikt auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler ausgetragen wird, wird dabei viel zu wenig bedacht. Wer seine Arbeit als Lehrer nicht bloß als ,Job‘, sondern als Berufung sieht, sollte es als moralische Verpflichtung ansehen, alles dafür zu tun, um seinen Schützlingen einen bestmöglichen Unterricht in Präsenz bieten zu können“, schreibt er.

Reinhard Walcher aus dem Ahrntal fragt sich: „Wie passt das zusammen? Im Bus sitzen auf ca 20 Quadratmetern 60 Personen aus unterschiedlichen Gegenden, von denen nicht mal alle die Maskenpflicht befolgen. In einer Dorfschule hingegen müssen die Kinder den ganzen Vormittag mit Maske und einem Meter Abstand lernen, obwohl sie 2 Mal wöchentlich getestet werden und das gesamte Schulpersonal den 3G-Nachweis haben muss.“

Mit welchen Gedanken gehen Sie ins neue Schuljahr, welche Wünsche, welche Befürchtungen hegen Sie?

Schreiben Sie in einem Mail, was Sie bewegt – an [email protected] - Betreff „Schulbeginn“.

dol