Die Traditionelle Bewässerung im Obervinschgau ist Immaterielles UNESCO-Kulturerbe der Menschheit. Das teilt der Heimatpflegeverband Südtirol mit und freut sich über diese internationale Aufmerksamkeit für das uralte Bewässerungssystem auf der Malser Haide. Die UNESCO ist die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur.<BR /><BR />Die Aufnahme der traditionellen Bewässerung in die „Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ durch die UNESCO sei am 5. Dezember erfolgt, wird erklärt. Damit werden die Bemühungen der Heimatpfleger gekrönt. Wir hatten im November 2021 über die Vorhaben berichtet: Damals war der mittlerweile verstorbene ehemalige Malser Heimatpflegeobmann Roland Peer maßgeblich daran beteiligt. „Die Wiesenbewässerung auf der Malser Haide ist eine jahrhundertealte Kulturtechnik, die bis heute nichts von ihrer Effizienz und Faszination eingebüßt hat“, sagt die Obfrau des Heimatpflegeverbandes Südtirol, Claudia Plaikner, in einer Aussendung.<BR /><BR />Knapp 400 Hektar extensiver Landwirtschaft werden auf der Malser Haide zwischen Burgeis und dem Haider See noch traditionell über die 4 Waale (Largin-, Magrins-, Töschg- und Nuiwaal) bewässert, indem sie nach einem streng geregelten Zeitplan, der sogenannten „Road“, in regelmäßigen Abständen überflutet werden, wird weiters erklärt.<BR /><BR />Diese traditionelle Bewässerungsmethode basiert auf der strategischen Nutzung der Schwerkraft gleichwie auf manuell angelegten Konstruktionen wie Zuleitungen, Gräben und Wassersperrungen, um das Wasser gleichmäßig in die Wiesen zu leiten. „Die Kulturtechnik der Überflutung hat keinen musealen Charakter, sondern ist eine effiziente Technik, die heute nach wie vor so angewandt wird wie vor Hunderten von Jahren,“ sagt Plaikner.<BR /><BR />Diese Technik erfordere „ein umfassendes Verständnis für die Morphologie der Wiesen, verbessert die natürliche Düngung der Böden und die Biodiversität.“ Um dieser Bewässerungstechnik die verdiente Wertschätzung zukommen zu lassen, hatte sich Südtirol in einer Zusammenarbeit zwischen Heimatpflegeverband, der Gemeinde Mals, dem Heimatpflegeverein Mals, der IDM Südtirol und vor allem der Bauern, welche die traditionelle Bewässerung betreiben, um den Titel des Immateriellen Kulturerbes bemüht. <BR /><BR />Seit 2003 setze dieser Titel „überliefertes Wissen, den Umgang mit lokalen Ressourcen und Gegebenheiten und vielfältige gelebte Traditionen von internationalem Wert in den Fokus“, wird erklärt. Die Bewerbung erfolgte multinational zusammen mit vergleichbaren Bewässerungssystemen aus 7 Staaten und wurde 2022 stellvertretend von der österreichischen UNESCO-Kommission eingereicht. <BR /><BR />Für Südtirol ist dies nach der Transhumanz, dem Schafübertrieb im Schnalstal, der zweite UNESCO-Kulturerbe-Titel. Für den Mai 2024 ist eine große Feier im Obervinschgau geplant.