Freitag, 11. September 2015

Diebesbande aufgegriffen: für 75 Einbrüche verantwortlich

Seit drei Jahren waren sie ungestört ihrer Arbeit nachgegangen, stahlen in Österreich, der Schweiz und auch im Vinschgau. Jetzt konnten die Carabinieri, gemeinsam mit der Innsbrucker Polizei, vier Männer festnehmen. Drei davon wohnten in Bozen.

Auf der Pressekonferenz am Freitag stellten die Vertreter der Carabinieri und des Landeskriminalamts Innsbruck den Fall vor. - Foto: DLife
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Auf der Pressekonferenz am Freitag stellten die Vertreter der Carabinieri und des Landeskriminalamts Innsbruck den Fall vor. - Foto: DLife

75 Einbrüche seit August 2012 sollen auf das Konto der grenzüberschreitenden Diebesbande gehen. Gesamtwert der Beute: etwa 250.000 Euro.

In den vergangenen Tagen konnten die Carabinieri von Bozen, nachdem sie, koordiniert von Staatsanwalt Axel Bisignano, seit Beginn des Jahres gemeinsam mit den Kollegen aus Schlanders und dem Landeskriminalamt in Innsbruck ermittelt hatten, vier mutmaßliche Mitglieder der Bande festnehmen.

Drei davon wohnen in Bozen, genauer in der Europaallee, der Schlachthofstraße und der Cavourstraße. Ein weiterer wurde in Gussago in der Provinz Brescia festgenommen. Die mutmaßlichen Diebe sind zwischen 25 und 34 Jahre alt und stammen aus Albanien und Mazedonien.

Die Männer hätten absichtlich ihre Basis in Südtirol - nahe der Grenze - eingerichtet. Sie hätten im Schutze der Nacht hauptsächlich Hotels, Restaurants und Bars ins Auge gefasst, vor allem in Österreich, aber auch in der Schweiz und im Vinschgau.

Dabei hätten sie zahlreiche Safes geknackt, Schmuckstücke und Bargeld gestohlen, ebenso teure Fahrräder und alles, was nicht niet- und nagelfest verankert war, wie Sportgeräte, Videogeräte, Fotoapparate und ähnliches.

Als krönenden Abschluss ihrer Raubzüge sollen die Männer anschließend auch Fahrzeuge gestohlen haben. Dabei sei die Marke des Autos unerheblich gewesen: Handelte es sich um ein billigeres Modell, wurde es später abgestellt, teure Modelle wurden ins Ausland verkauft.

Einbrüche im umliegenden Ausland - Dann mit gestohlenem Auto über die Grenze

Die Ermittlungen starteten, nachdem im März dieses Jahres Bürger und Hoteleigentümer in Nauders in Nordtirol mehrere Einbrüche angezeigt hatten, bei denen Beute im Wert von 10.000 Euro gestohlen worden waren. Auch ein Geländewagen war entwendet worden.

Im selben Monat wurde auch in Schlanders mehrmals eingebrochen. Dabei wurde ein Range Rover Evoque gestohlen. Die Ermittlungen brachten bald Zusammenhänge zwischen diesen Einbrüchen und jenen in Nordtirol und Salzburg ans Licht.

So wurde im April nach einer erneuten Einbruchserie in Nauders ein Audi A4 gestohlen: Die Polizei stellte fest, dass die Autodiebstähle vermutlich dazu dienten, die außerhalb der Grenzen gestohlene Beute über den Vinschgau nach Südtirol zu bringen.

Nach mehreren Einbrüchen in der Gemeinde von Ischgl, bei denen auch ein Volkswagen Kaddy gestohlen wurde, fanden die Beamten das Fahrzeug in Bozen wieder: Es war nach einem Unfall auf der Straße nach Kohlern abgestellt worden. In der Nähe des Autos fanden die Carabinieri zwei große Safes, jeder rund 300 Kilogramm schwer. Sie waren in der vorangegangenen Nacht in Galtür aus zwei Hotels gestohlen worden. Auch wurden eine Axt und andere Einbruchsgegenstände gefunden.

Verdächtige in Blitzaktion festgenommen 

Anhand der gesammelten Beweisstücke und eingehender Ermittlungen konnten die Carabinieri der Innsbrucker Staatsanwalt bald die Namen einiger Verdächtiger schicken, woraufhin europäische Haftbefehle ausgestellt wurden.

So konnten die Beamten der Innsbrucker Polizei und die Carabinieri in den vergangenen Tagen in Aktion treten: Sie nutzten den Überraschungsmoment der unwissenden Verdächtigen und nahmen sie fest. Die vier Männer müssen sich nun vor dem Berufungsgericht in Trient verantworten.

stol/liz

stol