Freitag, 13. April 2018

Diebesbande soll Panik bei Public Viewing in Turin ausgelöst haben

Eine Diebesbande soll für eine Massenpanik in Turin beim Public Viewing des Champions-League-Finals im Juni 2017 verantwortlich sein. Vier Männer sollen während der Übertragung des Spiels zwischen Juventus Turin und Real Madrid Pfefferspray gesprüht haben, um Fans auszurauben, teilte die Polizei am Freitag mit. Zwei Männern, von denen einer geständig sei, werde unter anderem Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Armando Spataro bei einer Pressekonferenz.

Eine Diebesbande soll für eine Massenpanik in Turin beim Public Viewing des Champions-League-Finals im Juni 2017 verantwortlich sein. - Foto: Ansa
Eine Diebesbande soll für eine Massenpanik in Turin beim Public Viewing des Champions-League-Finals im Juni 2017 verantwortlich sein. - Foto: Ansa

Mehr als 1500 Menschen waren verletzt worden. (STOL hat berichtet) Eine Frau starb an den Folgen eines Herzinfarkts, den sie an dem Abend des 3. Juni erlitten hatte.

Die Präfektur sprach nach dem Vorfall von einer „Angstpsychose“ vor einem Terrorangriff, die die Masse erfasst habe. Scharfe Kritik war an dem Sicherheitskonzept für das Event geübt worden. Fans hatten von vollkommener Planlosigkeit und versperrten Fluchtwegen berichtet. Der gesamte Platz war mit Glasscherben übersäht.

Bande nicht nur in Italien aktiv

Die Polizei veröffentlichte am Freitag Videos, in denen die Verdächtigen zu sehen sind, wie sie gestohlenen Schmuck und Geld zeigen. Die Pfefferspray-Taktik sollen sie auch bei anderen Raubzügen angewendet haben, etwa bei Konzerten und in Clubs nicht nur in Italien, sondern auch in Deutschland und den Niederlanden, wie die Nachrichtenagentur ADNkronos berichtete.

Sechs weitere Mitglieder der Bande, die allerdings nicht auf der Piazza San Carlo dabei gewesen sein sollen, wurden ebenfalls verhaftet.

dpa

stol