Mittwoch, 10. April 2019

Diebstahl, Raub und Bluttat: Delikte in Südtirol

Jede 2. von der Polizei in Südtirol angezeigte Straftat im Jahr 2017 war ein Diebstahl. Das zeigt die aktuelle Studie des Landesinstituts für Statistik Astat.

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Foto: © shutterstock

Im Jahr 2017 haben die Polizeikräfte in Südtirol 15.985 Straftaten bei der Gerichtsbehörde angezeigt. Diese Zahl ist gegenüber dem Vorjahr (17.278 Straftaten, -7,5%) gesunken

Der Vergleich mit der Nachbarprovinz Trient und mit Italien insgesamt ergibt, dass der Südtiroler Wert von 30,4 Straftaten je 1000 Einwohner fast gleich hoch ist wie im Trentino (30,0), jedoch niedriger als der gesamtstaatliche Wert (40,1).

Seit 2013 sind die angezeigten Straftaten stetig gesunken, betrachtet man die Zahlen jedoch in einem größeren Zeitraum, so wird ersichtlich, dass die angezeigten Straftaten von 13.790 auf 17.278 Straftaten im Jahr 2016 stark angestiegen waren und nun auf 15.985 Einheiten im Jahr 2017 zurückgegangen sind.

Mehr Überfälle - Mehr Bluttaten

Die häufigste Gruppe von Straftaten waren im Jahr 2017 die Diebstähle (7882 Anzeigen bzw. 49,3 Prozent aller Straftaten). Sie sind im Vergleich zum Vorjahr in ihrer Gesamtheit um 7,6 Prozent leicht gesunken, speziell die mit besonderer Geschicklichkeit begangenen Diebstähle (-27,4 Prozent) und die Ladendiebstähle (-18,3 Prozent), während die Diebstähle durch Einbrüche in Wohnungen (+13,9 Prozent) und die Einbrüche in abgestellte Autos (+4,9 Prozent) zugenommen haben.

Die Fälle von Raub nehmen insgesamt im Vergleich zum Vorjahr zu (+22,4 Prozent). Es sinken Cyberkriminalität und Computerdelikte (jeweils -9,9 Prozent und -33,8 Prozent) ebenso wie die Sachbeschädigungen (-11,9 Prozent).

Die so genannten „Bluttaten“, zu denen vorsätzliche und fahrlässige Tötung, versuchter Mord, Schläge, vorsätzliche Körperverletzung und Sexualverbrechen gehören, verzeichnen 867 Anzeigen und sind gegenüber 2016 um 4,3 Prozent gestiegen.

Ein Drittel der Anzeigen, die im Jahr 2017 von den Polizeikräften erstattet wurden, betrifft eine Straftat, deren Tatverdächtiger innerhalb desselben Jahres ermittelt wurde (5431 Anzeigen bzw. 34 Prozent aller Anzeigen; 2016 waren es 33 Prozent). Gleichzeitig wurden im Jahr 2017 die Tatverdächtigen von 876 in den Vorjahren angezeigten Straftaten ermittelt, was einer leichten Zunahme gegenüber 2016 entspricht (865 ermittelte Tatverdächtige).

Die Hälfte aller Tatverdächtigen stammen aus dem Ausland

Neben der Anzahl der angezeigten Straftaten ist es auch möglich, die Anzahl der tatverdächtigen Personen zu ermitteln und davon den Anteil der Minderjährigen.

2017 wurden insgesamt 7187 Tatverdächtige von den Polizeikräften angezeigt, angehalten oder festgenommen. Im Vergleich zu 2016 gibt es eine Abnahme um 11,2 Prozent, was vor allem auf die kriminellen Vereinigungen (-88,5 Prozent), die Cyberkriminalität (-35,2 Prozent), die Diebstähle (-10,9 Prozent), die Sachbeschädigung (-9,8 Prozent) und die Bluttaten insgesamt (-9,6 Prozent) zurückzuführen ist.

Außerdem wurden im Jahr 2017 insgesamt 441 minderjährige Tatverdächtige gemeldet. Diese machen 6,1 Prozent aller Tatverdächtigen aus. Die absolute Zahl sowie der prozentuelle Anteil sind gegenüber dem Vorjahr (687 Anzeigen; 8,5 Prozent des Gesamtwertes) gesunken.

Im Jahr 2017 wurden 3615 Tatverdächtige mit ausländischer Staatsbürgerschaft (50,3 Prozent aller Tatverdächtigen) gemeldet; das waren mehr als 2016 (3510 Personen).

stol

stol