Freitag, 29. Januar 2016

Dies Academicus zum Papst: "Der Mut, 'Ich' zu sagen"

Am Gedenktag des heiligen Josef Freinademetz am Freitag fand an der Philosophisch- Theologischen Hochschule in Brixen der Dies Academicus statt, bei dem das neue Brixner Theologische Jahrbuch vorgestellt wurde.

Der Papst, der die Massen bewegt: Papst Franziskus
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Der Papst, der die Massen bewegt: Papst Franziskus - Foto: © APA/Reuters

Der Professor für Philosophie, Markus Moling, hat im Rahmen des Dies Academicus „den jüngsten Zuwachs der Hochschule“, das neue Brixner Theologische Jahrbuch vorgestellt – es trägt den Titel „Papst Franziskus, Herausforderung für Theologie und Kirche“.

„Knapp 30 cm lang, nicht einmal 1 kg schwer, aber mit einem gewichtigen Inhalt“, so Moling, für den bei Papst Franziskus vor allem dessen Botschaft einer barmherzigen und armen Kirche, die sich zu den notleidenden Menschen gesandt weiß, zentral ist.

„Für mich steht dieser Papst für eine den Menschen zugewandte Kirche, die das Evangelium ernst nimmt. Sein Auftreten, seine Sprache und seine Gesten berühren die Menschen und wirken manchmal sogar provozierend für Kirche und Gesellschaft. Die unterschiedlichen Seiten seines Wirkens werden im theologischen Jahrbuch aus der Sichtweise der einzelnen theologischen Fächer beleuchtet und vertieft.“

Der Fundamentaltheologe Paolo Renner hat über die Ekklesiologie von Papst Franziskus gesprochen und dabei vor allem anhand markanter Lebenserfahrungen von Jorge Bergoglio Erklärungsmodelle für bestimmte Entscheidungen des Heiligen Vaters herausgearbeitet.

„Papst Franziskus war eine Überraschung und er wird eine Überraschung bleiben“, so Renner, der darauf hinwies, dass mit Bergoglio erstmals ein Jesuit und erstmals ein Bischof aus Lateinamerika auf den Stuhl Petri gewählt wurde.

„Franziskus ist ein Papst aus der Peripherie der Kirche und er kennt diese Peripherie gut, weshalb er sich für eine Dezentralisierung der Kirche stark macht“, so Renner, der hervorhob, dass Franziskus für eine „Ekklesiologie von unten“ steht. Gleichzeitig sind es laut Renner die zahlreichen pastoralen Erfahrungen, die diesen Papst auszeichnen, sowie sein Mut „Ich“ zu sagen.

„Er steht zu seinen Einsichten und kann sie deshalb so überzeugt und überzeugend vertreten.“

Franziskus hat seine Ekklesiologie im Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ aufgezeigt, wo er von einer Kirche als Haus spricht, das allen Menschen offen steht. Dabei geht es dem Papst um dreierlei: zum einen um die Mission, gewissermaßen die Klammer der kirchlichen Tätigkeit, dann um die Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, also das soziale und karitative Tun der Kirche nach außen und innen und drittens um die Verkündigung im Geist des Evangeliums. „Aus diesem Grunde ist Papst Franziskus für mich ein Revolutionär wie der heilige Franziskus, der gewaltlos wesentliche Veränderungen bewirken kann“, so Renner.

Im Rahmen des Festaktes wurden auch Diplome des Bakkalaureates in Theologie überreicht. Abgeschlossen wurde die Feier mit einem gemeinsamen Mittagsgebet mit Diözesanbischof Ivo Muser.

stol

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