Dienstag, 20. Oktober 2020

„Dies könnte bald eure Lunge sein“: Oberärztin warnt Corona-Leugner

Nachdem sich die Corona-Lage über den Sommer etwas beruhigt hatte, steigen die Zahlen der Neuinfektionen nun wieder vielerorts an. Eine deutsche Oberärztin richtete sich nun in einem Post in den sozialen Medien mit warnenden Worten an jene, die das Coronavirus nicht ernst nehmen: „Dies könnte bald eure Lunge sein“, scheibt Carola Holzner von der Uniklinik Essen.

Gesundes Lungengewebe sei schwarz, nicht so weiß, wie auf diesem Bild, sagt Carola Holzner.
Gesundes Lungengewebe sei schwarz, nicht so weiß, wie auf diesem Bild, sagt Carola Holzner. - Foto: © doc.caro.holzner
„Ich bin sauer. 24 Stunden Notaufnahme, keinen Schlaf, fast stündlich Covid-Patienten“, so die Ärztin an alle „Corona Verschwörungstheoretiker, Maskenverweigerer, Systemkritiker, Nicht-an-die-Auflagen-Halter“, denn „dies könnte bald eure Lunge sein“.

„Und ich werde trotzdem da sein. Mit FFP Maske, Faceshield, Kittel und Handschuhen. Rund um die Uhr“, so Holzner.

Sie sei trotzdem da, damit auch ebendiese Corona-Leugner behandelt werden könnten, obwohl sie mit dafür verantwortlich seien, dass die Arbeitsbedingungen des medizinischen Personals erschwert würden und die Belastung wachse.

„Die 2. Welle kommt nicht. Sie ist da“

„Der nächste Lockdown naht. Die 2.Welle kommt nicht. Sie ist da. Wenn es Corona doch nicht gibt? Was sehe ich dann eigentlich den ganzen Tag in der Notaufnahme?! Und was ist das dann für ein CT? Wenn ihr mir schon nicht glaubt: Bilder lügen nicht. Und die Angst zu ersticken auch nicht“, warnt Holzner.

Zu ihren eindringlichen Worten postete die Ärztin das CT-Bild einer stark angegriffenen Lunge eines Covid-19-Patienten. Gesundes Gewebe sei schwarz, nicht wie auf dem Bild weiß, betont sie.

„Würde Maske vor Herzinfarkt schützen, würde man es ernst nehmen“

Diskussionen seien zwar ausdrücklich erwünscht, jedoch mit Regeln des konstruktiven Austauschs und ohne Beleidigungen. Doch um ebensolche Beschimpfungen kommt die Oberärztin nicht herum, so finden sich unter dem Post trotzdem zahlreiche beleidigende Kommentare.

Holzner setze sich dem aber aus, weil sie ihre Patienten leibhaftig sehe und behandle. „Wir sind als Uniklinik erste Anlaufstelle und nehmen alle Patienten aus dem Umfeld an“.

Holzner sei weder Virologin, welche die Situation ausschließlich wissenschaftlich betrachte, noch Politikerin, die analysiere, sondern sie sei „vor Ort. Live. Und jeder Covid-Patient, der schlimm erkrankt ist, ist einer zu viel. So wie jeder anders erkrankte Mensch auch.“



Doch Covid werde oft nicht ernst genommen, schreibt die Ärztin. Würden Abstand und Maske vor einem Herzinfarkt schützen, so würden die Menschen diese Maßnahmen auch ernst nehmen, denn bei einem Herzinfarkt wisse jeder, dass es gefährlich sei, führt sie als Beispiel an. „Wieso glaubt ihr dann Ärzten nicht, die LIVE diese Patienten behandeln, dass auch Covid gefährlich sein kann“.

Es gehe nicht darum, wie viele Patienten wie und ob an Corona erkrankt sind oder intensivpflichtig werden, sondern, dass das Virus da sei und schwer krank machen könne. „Meine Kollegen und ich sind auch Menschen und setzen uns jeden Tag auch selbst Infektionen aus. Und es macht mich deshalb zu recht sauer, wenn oft so lapidar damit umgegangen wird.“

Trotz allem jedoch sollte die gute Laune nicht verloren gehen. „Die lassen wir uns nicht nehmen“.

psy

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