Tanja Iarussi aus Bozen musste sich mit ihrer mittlerweile 3-jährigen Kaluwa regelrechte Kämpfe liefern, um dem Energiebündel Herr zu werden. Sie haben sich zusammengerauft, heute möchte sie nie mehr auf den Mischling verzichten. <BR /><BR />Auch Martin Eschgfäller brauchte viel Geduld, um mit dem „eigensinnigen Teufel“ namens Tago zurechtzukommen, mittlerweile hat er ihn zu unzähligen Ausflügen und Touren mitgenommen. Kathrin Meraner dagegen visiert mit ihrer Abby eine besondere Schulung an. Mehr dazu lesen Sie in den untenstehenden Berichten.<h3> Tanja Iarussi: „Man wird ständig auf die Probe gestellt“</h3>Die Coronapandemie mit ihren Einschränkungen hatte Tanja Iarussi und vor allem ihrer noch minderjährigen Tochter zugesetzt, denn schließlich wohnen sie in der Bozner Altstadt. „Ich bemerkte, wie sich meine Tochter etwas eingeigelt hatte, also beschlossen wir, uns einen Hund als Gefährten zuzulegen“, blickt Tanja zurück. Eine gute Gelegenheit dazu bot die Adoption eines ausgesetzten Hundewelpens, der aus Bari stammt. „Unser Hund kam mit vielen anderen jungen Hunden mit einem Transporter, wir haben ihn in Verona abgeholt und ihm den Namen Kaluwa gegeben“, erinnert sich Tanja an die erste Begegnung vor 3 Jahren. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="949918_image" /></div> <BR />Das neue Familienmitglied Kaluwa, eine Mischlingsdame aus Hirtenhündin und Labrador, sollte ihr Leben fortan ziemlich auf den Kopf stellen. „Zunächst einmal war es ein Kampf, weil sie sehr lebhaft ist und erst den Umgang mit den Menschen erlernen musste“, weiß Tanja. Außerdem legte Kaluwa ein beachtliches Wachstum an den Tag, heute wiegt sie mit ihren rund 50 Kilo fast doppelt so viel als man ihr bei der Übergabe versichert hatte. Dieses geballte Kraftbündel musste erst gebändigt werden, vor allem bei den Gassigängen auf die Talferwiesen. Außerdem plagte Kaluwa eine innere Unruhe, weshalb Tanja in so manchen Nächten kaum ein Auge zutat. <BR /><BR />Heute aber sagt sie: „Ich könnte mir mein Zuhause ohne sie nicht mehr vorstellen, sie hat unser Leben definitiv bereichert.“ Durch einen Hund lerne man sich selbst und seine Gemütsverfassungen besser kennen, er sorge für Struktur im Alltag. Man werde ständig auf die Probe gestellt und müsse immer zeigen, dass man die Dinge im Griff hat. „Kaluwa hat sehr feine Antennen und wittert sofort jede Veränderung: Wie man sich gibt, wie man spricht, wie man geht“, sagt Tanja. Nicht umsonst heißt es, dass Hunde und ihre Halter im Laufe der Jahre sich immer mehr angleichen.<h3> Martin Eschgfäller: „Man muss konsequent dranbleiben“</h3>Bereits seit 12-einhalb Jahren weiß Martin Eschgfäller seinen Kleinen Münsterländer Tago an seiner Seite, er wurde damals von einer Zucht in Österreich im Internet angeboten. „Eigentlich handelt es sich um einen Jagdhund, aber als Forstwirt war ich früher viel im Außendienst unterwegs und so hat das auch gut gepasst“, meint Martin rückblickend. Allerdings räumt er auch ein, dass es mit Tago zunächst schon viel Geduld und Erziehungsarbeit gebraucht hat. Für die Grundausbildung besuchten die beiden Hundeschulen, aber die tatsächlichen Regeln brachte er ihm daheim bei: „Da muss man einfach konsequent dranbleiben, denn er ist schon ein recht eigensinniger Teufel“, meint der Bozner lachend. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="949921_image" /></div> <BR /><BR />Seinen Drang als Jagdhund durfte Tago schon immer ausleben, weil Martin sowohl beruflich als auch in seiner Freizeit viel unterwegs war bzw. noch immer ist. „Lange Zeit war ich Freiberufler und hatte ihn mehr oder weniger immer mit dabei – im Außendienst, im Büro, im Gasthaus und natürlich bei den Ausflügen bzw. Berg- und Skitouren am Wochenende“, zählt er auf. So hat Tago bereits das Panorama auf dem Peitlerkofel und am Weißhorn genossen, vor einigen Wochen ist er sogar die 2000 Höhenmeter auf die Hintere Eggenspitze im Ultental mit hochgelaufen. <BR /><BR />Er habe immer darauf geachtet, dass Tago auf seine Kosten komme und zufrieden ist – so habe sich der Hund zu einem genialen Begleiter entwickelt. Nicht nur von Martin selbst, sondern auch, wenn ein Familienausflug mit den 3 Kindern ansteht oder wenn Martins Eltern sich mal die Füße vertreten wollen. Neben den klassischen Jagdhundeeigenschaften gilt die Rasse Kleiner Münsterländer als temperamentvoll, intelligent und menschenfreundlich. „Wichtig ist, den Hund mit Hausverstand und letztlich als Hund zu behandeln“, hat Martin abschließend einen simplen, aber aufschlussreichen Rat parat.<h3> Kathrin Meraner: „In Südtirol noch viel Potenzial“</h3>Abby nennt sich die Berner-Sennen-Mischlingsdame, die seit nunmehr eineinhalb Jahren den Alltag von Kathrin Meraner bereichert. „Sie ist sehr einfühlsam, hat einen gutmütigen Charakter, kann gelegentlich auch ein Sturkopf sein“, beschreibt Kathrin Abbys Naturell. Bekommen hat sie Abby, die von einem Hof in der Nähe von Vahrn stammt, im Zuge eines Welpentrainings, denn schließlich ist die 28-jährige Brixnerin diplomierte Hundetrainerin.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="949924_image" /></div> <BR /><BR />„Das ist eine sehr tolle Arbeit, wobei man eigentlich mehr mit Menschen als mit Hunden zu tun hat“, erklärt Kathrin, die ihre Ausbildung mit dem vorherigen Hund namens Maila gemacht hat. Schließlich gehe es hauptsächlich darum, die Menschen in die Besonderheiten der Kommunikation mit den Tieren einzuweihen – weshalb diese zuweilen nicht gut klappt und wie sie aber funktionieren könnte. Die Kommunikation zwischen Mensch und Hund ist der Schlüssel für ein gelingendes Zusammenleben, ist Kathrin überzeugt. <BR /><BR />Hunde können den Alltag des Menschen in vielerlei Hinsicht bereichern, nicht umsonst wird ihre Treue oft als grenzenlos beschrieben. „So gesehen gibt es in Südtirol noch viel Potenzial, beispielsweise im Therapiebereich oder für Schulen“, meint Kathrin, die nun mit Abby eine Therapiebegleithunde-Ausbildung angeht. Diese wird erstmals in Südtirol angeboten. Ebenso hat sie erste Projekte in Kindergärten gemacht, um Kindern auf spielerische Art den richtigen Umgang mit Hunden beizubringen – mit einem Plüschhund. <BR /><BR />Dabei gelte es beispielsweise auch, Regeln im Umgang mit fremden Hunden zu erläutern. Kathrin, selbst Mutter von 3 Buben, ist überzeugt, dass jedes Kind selbst die Liebe zu den Tieren für sich entdecken müsse. Jedenfalls sei es erstaunlich, wie viel Sensibilität die Tiere haben, wie tiefgreifend und erfüllend eine Mensch-Hund-Beziehung sein könne.<BR /><BR />