Zur großen Überraschung kam es vor genau 30 Jahren, als der Sterzinger Josef Polig sensationell Sieger in der Kombination von Albertville (Frankreich) wurde. <BR /><BR /><BR />Heute ist es um den früheren Champion ruhig geworden, doch an seinen Olympiasieg erinnert er sich immer noch gerne zurück.Dass der Sterzinger Josef Polig, damals 23 Jahre alt, 1992 bei den Olympischen Spielen von Albertville tatsächlich eine Medaille gewinnen könnte, damit hatte kaum jemand gerechnet. <BR /><BR />Polig war damals der vielseitigste Läufer der italienischen Mannschaft, hatte in allen Disziplinen Weltcuppunkte gesammelt. Aber „nur wenn er über sich hinauswächst, kann Polig bei Olympia eine Medaille gewinnen“ – so lautete damals die Einschätzung der „Dolomiten“-Sportredaktion.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="735734_image" /></div> <BR />„Über sich hinauswachsen“, genau das ist dem Sterzinger heute vor 30 Jahren gelungen, und damit hat er sich den Traum aller Leistungssportler erfüllt. Dabei hatte sein Olympia-Abenteuer zunächst alles andere als gut begonnen. „In den Trainingsläufen für die Abfahrt bin ich schlecht gefahren. Daher wollte man mich in der Kombination zunächst nicht starten lassen. Wegen der besseren Ergebnisse im Weltcup bin ich dann doch zum Zug gekommen“, erzählt der heute 53-Jährige. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="735737_image" /></div> <BR />„Die Kombi-Abfahrt bin ich dann gut gefahren. Ich erinnere mich noch genau daran, wie schwierig die Pistenverhältnisse waren und dass es viele Ausfälle gab“, sagt Polig. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Tags darauf folgte das dramatische Finale im Kombinationsslalom. Auch im Slalom waren die Pistenverhältnisse schwierig. „Im ersten Durchgang habe ich es nur mit Ach und Krach ins Ziel geschafft. Im zweiten Durchgang bin ich gut gefahren“, erinnert sich Polig. Er zeigte Nervenstärke in einem Rennen, in dem es viele Ausfälle gab, ein regelrechtes Favoritensterben. „Der einzige, der mich noch schlagen konnte, war Topfavorit Hubert Strolz. Er hat aber ganz kurz vor dem Ziel einen Innenskifehler gemacht, und damit bin ich als Sieger dagestanden. Niemand hatte mit meinem Sieg gerechnet, ich selbst am wenigsten“, erzählt er. <h3> „Empfang in Sterzing war ein großes Ereignis“</h3>Die Medaille wurde am selben Tag in der „Casa Italia“ ausgiebig gefeiert. In schöner Erinnerung ist dem Olympiasieger von 1992 auch die große Feier geblieben, die ihm zu Ehren bei seiner Rückkehr nach Sterzing gegeben wurde. „Das war schon ein großes Ereignis, es waren viele Leute da, um mit mir zu feiern“, sagt Polig. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="735740_image" /></div> <BR />Nur 2 Jahre nach dem Olympiasieg beendete Polig 1994 seine Karriere. Bei einer kurzen Rückkehr in den Skiweltcup-Zirkus konnte er an frühere Erfolge nicht mehr anknüpfen und trat 1995 endgültig zurück. <BR />Zwischen 1997 bis 1999 nahm Polig am FIS-Legendencup teil. Von 2003 bis 2005 bestritt er in den USA eine Cross-Rennserie, bei der je 2 Skifahrer und 2 Snowboarder pro Nation antraten.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="735743_image" /></div> <BR /> Danach zog er sich endgültig aus dem Leistungssport zurück, und es wurde ruhig um den Sterzinger. Auf den Skipisten ist er heute nicht mehr anzutreffen, vielmehr zieht es ihn täglich zu langen Spaziergängen in die Natur. <BR /><BR />Die Olympischen Winterspiele in Peking verfolgt Polig vor dem Fernsehgerät, gespannt, ob es 30 Jahre nach seinem Sieg in Albertville wieder einen Sensationssieger geben wird.<BR />