Donnerstag, 17. Januar 2019

Digitale Welt soll in den Unterricht

Digitale Medien haben mittlerweile jeden Lebensbereich erreicht. Umso wichtiger sei eine entsprechende Vorbereitung darauf bereits in der Schule, heißt es aus dem Landesbeirat der Schüler (LBS), der pünktlich zum Start der neuen Landesregierung erneut Druck macht: In einem Positionspapier fordern die Schüler neben einer „vernünftigen Hardware-Ausstattung“ auch die nötige „Software“ in den Schulen.

Tablet und Co. sollen ins Klassenzimmer, fordert der Landesbeirat der Schüler.
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Tablet und Co. sollen ins Klassenzimmer, fordert der Landesbeirat der Schüler. - Foto: © shutterstock

Dass Südtirols Schule in Sachen Digitalisierung und IT-Ausstattung um Jahre im Rückstand sei, das bekennt auch Bildungslandesrat Philipp Achammer und stellte noch im Vorjahr 3 Millionen Euro dafür zur Verfügung – mit der Aussicht auf eine weitere Zusatzfinanzierung, die allerdings von der neuen Landesregierung beschlossen werden solle. Der Landesbeirat der Schüler (LBS) nimmt den Landesrat – Achammer bleibt weiterhin für die Bildung verantwortlich – beim Wort und hat sich in seiner gestrigen Vollversammlung eingehend mit dem Thema Digitalisierung befasst.

Schulen sollen digitaler werden

In einem Positionspapier sprechen die Schülervertreter die „infrastrukturelle Ausstattung und die Verfügbarkeit von mobilen Endgeräten“ an, die „schulübergreifend auf einen vergleichbaren und akzeptablen Standard gebracht werden“ müssen. „Es soll flächendeckend die Voraussetzung geschaffen werden, dass digitale Instrumente und Tools an unseren Schulen zum Einsatz kommen können. Es braucht Geld für PCs, Laptops und Tablets“, betont der LBS-Vorsitzende Alex Fischer. „Aber auch die Dateninfrastruktur zur Vernetzung in Schulgebäuden und auf Schulgeländen, WLAN in den Schulen, die Entwicklung von Lernplattformen, pädagogische Kommunikationsplattformen, Schulserver, interaktive Tafeln und anderes müssen gefördert und gefordert werden.“ Anzudenken sei auch ein „Computerscheck“ als Ergänzung zum bestehenden Bücherscheck, um den Ankauf von digitalen Endgeräten für Familien zu erleichtern.

Um auch in Zukunft „konkurrenzfähige Schüler in die Arbeitswelt“ zu entlassen, müssten die Vorteile der Digitalisierung endlich genutzt werden. Leider würden digitale Geräte und Inhalte in den Schulen „oft als störend und unwichtig“ angesehen, hat Fischer festgestellt. Deshalb die Forderung des LBS: „Im Zuge einer Überarbeitung bestehender Lehrpläne sollen neue Lehr- und Lerninhalte aus dem Bereich der Digitalisierung eingearbeitet werden. Wichtig ist, dass wir ein umfassendes Grundverständnis für den Umgang mit neuen Inhalten in den Lehrplänen abbilden. Es gilt also auch bei der ,Software‘ anzusetzen, um unsere Schulen zukunftsfit zu machen“, heißt es im Positionspapier. Eine Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte im Bereich der Digitalisierung sei deshalb enorm wichtig.

Neben der altersgerechten Förderung der digitalen Kompetenzen sei auch eine „kritische Bewusstseinsbildung in allen Schulstufen entlang klarer Rahmenrichtlinien“ notwendig. Und: Vor allem bei Mädchen müsste das Interesse an Technologie und Technologieentwicklung gesteigert werden.

Bei der Vollversammlung wurde auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Schülervertretern aus dem Trentino und dem Bundesland Tirol besprochen. Auch das Euregio-Jugendfestival, das Ende März in den 3 Ländern stattfindet, war Thema. In den nächsten Monaten will sich der LBS mit Mehrsprachigkeit und Schülertransport ausgiebig befassen.

D/wib

stol