Um möglichst viele Menschen mit einzubinden, greift man am besten auf altbewährte analoge Methoden zurück. Das wurde anlässlich der Bozner Herbstmesse deutlich.<BR /><BR />Die voranschreitende Digitalisierung bestimmt mehr und mehr die Art, wie wir arbeiten, einkaufen und kommunizieren. Dieser Dynamik unterliegen auch die Dienste der öffentlichen Verwaltung. Die Vorteile liegen auf der Hand: Zeitersparnis, Flexibilität, Informationszugang und Effizienz. Allerdings bekommen gar nicht wenige Leute bereits Kopfweh, wenn sie nur das Wort Digitalisierung hören. Vor dem inneren Auge tauchen dann wohl unliebsame Erfahrungen auf, etwa mit höchst komplizierten Anwendungen, mit nervtötenden Passwortabfragen oder mit der Datensicherheit. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1236216_image" /></div> Derartige Bedenken und Hürden möchte das Land, präziser die Abteilung Informatik, definitiv ausräumen und möglichst viele Bürger fit für den nächsten Digitalisierungsschub machen. „Wir wollen Vertrauen schaffen, Prozesse vereinfachen und Überflüssiges weglassen“, gab Alexander Steiner, Generaldirektor des Landes, die Marschroute vor, als im Rahmen der Herbstmesse die neue Dachmarke „Digital Now“ vorgestellt wurde. Unterm Strich solle die Kommunikation mit dem Bürger einfacher, direkter und gemeinschaftlicher ablaufen. <BR /><BR />Passend dazu hatte man auf der Herbstmesse einen ansehnlichen Stand aufgebaut – einen zum Anfassen, wohlgemerkt. Nicht „Chatbots“, sondern Fachleute aus Fleisch und Blut hielten Vorträge zu den wichtigsten Digitalisierungsprojekten der Landesverwaltung. Bei der Einbindung der Menschen hat Josef Mair eine entscheidende Funktion inne. Der Sarner koordiniert über die GRW Sarntal (Genossenschaft für Regionalentwicklung und Weiterbildung) sämtliche 22 „DigiPoints“ in Südtirol. In diesen „DigiPoints“ wird kostenlose Unterstützung für technische Fragen aller Art angeboten, die Finanzierung erfolgt über den Wiederaufbaufonds PNRR. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1236219_image" /></div> <BR /><BR />„Die Nachfrage ist groß, die Leute erkennen die Vorteile“, versichert Mair. Die Zielvorgabe von 17.000 Erstkontakten an interessierten Bürgern dürfte bis Februar erreicht werden. Nachgefragt wird allerhand: Unterstützung beim SPID, der digitalen Identität und der elektronischen Gesundheitsakte. „Das Land selbst hat jedes Interesse, die Digitalisierung voranzutreiben, weil so die Abläufe effizienter, inklusiver und weniger fehleranfällig werden“, sagt Mair. Zwischen Sanität und öffentlicher Verwaltung werde derzeit die Digitalisierung bei 120 Diensten vorangetrieben. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1236222_image" /></div> Was man in der boomenden Gamingbranche längst verstanden hat, beginnt man nun auch bei den oftmals uninspirierten digitalen Tools der öffentlichen Verwaltung zu beherzigen: Benutzerfreundlichkeit dank einladender und intuitiv zu bedienender Software. Dafür lässt man sich von externen Kommunikationsfachleuten beraten. „Das große Portal MyCivis hat nun ein zeitgemäßes Erscheinungsbild und bekommt neue Funktionalitäten – alle in Südtirol verfügbaren Dienste sollen in diesem Portal übersichtlich auffindbar und anzuwenden sein“, versichert nicht etwa eine digitale Assistentin, sondern Kommunikationsfachfrau Danila Domizi. Unterm Strich dürfte wohl klar sein: Sogar die digitale Transformation dürfte sich am besten mithilfe von echten Menschen bewältigen lassen.