Der gebürtige Belluneser, Professor an der Universität Venedig und Unesco-Berater für nachhaltige Entwicklung hatte einen Wettbewerb gewonnen und sein Amt im September des Vorjahres angetreten. Als Grund für den Rücktritt führt Campeol in einem Mail die „tiefen Divergenzen“ mit dem amtierenden Präsidenten der Stiftung, dem Belluneser Landesrat Alberto Vettoretto an; es habe „grundlegend“ verschiedene Ansichten über die Ausrichtung der Stiftung gegeben.Das Mail mit der Rücktrittserklärung ging gestern auch im digitalen Postfach von Umweltlandesrat Michl Laimer ein. „Es hat sich in der Stiftung in letzter Zeit einiges zusammengebraut“, erklärt Laimer zum nicht ganz überraschenden Schritt des Stiftungsdirektors. Neben den Streitigkeiten mit dem Präsidenten hätte es auch „unterschiedliche Vorstellungen zum Gehalt des Direktors“ gegeben. Der Verwaltungsrat hatte dem mit dem Salär nicht zufriedenen Campeol zwar für dieses Jahr eine Erfolgsprämie in Aussicht gestellt, doch dieser wollte wohl nicht darauf warten.„Dieser Rücktritt trifft uns in einer sehr delikaten Phase“, befürchtet der Umweltlandesrat. Anfang Oktober wird die Unesco nämlich bei einem Lokalaugenschein überprüfen, ob die Hausaufgaben für die Zuerkennung des Weltnaturerbe-Titels für die Dolomiten tatsächlich erfüllt wurden. „Zu diesen Anforderungen gehört auch eine funktionierende Stiftung, die wir nach diesem Rücktritt vorerst nicht vorweisen können“, sagt Laimer. Die Aberkennung des Weltnaturerbe-Titels stehe zwar nicht zur Debatte, aber die Situation sei insgesamt nicht gerade angenehm.ler/D