Seit der Brandkatastrophe in Crans-Montana in der Silvesternacht sind die italienischen und lokalen Behörden besonders aufmerksam. Um Katastrophen wie in der Schweiz zu verhindern, hat das Regierungskommissariat Kontrollen angeordnet.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/sicherheitsmaengel-tanzlokal-in-gargazon-muss-fuer-7-tage-schliessen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Im Zuge dieser Kontrollen wurde auch eine Diskothek in Gargazon genauer überprüft. </a>Dabei wurden – laut Mitteilung der Quästur – von den Carabinieri von Burgstall und einem Brandschutzexperten der Landesverwaltung schwerwiegende Mängel festgestellt. So sollen Fluchtwege versperrt und mögliche Hindernisse nicht eigens gekennzeichnet gewesen sein. Zudem habe die Beleuchtung bei mehreren Notausgängen nicht ordnungsgemäß funktioniert. In der Küche des Tanzlokals sollen 29 Sprühkerzen gefunden und beschlagnahmt worden sein. Das Lokal war wegen der Faschingszeit mit Dekorationen aus Papier geschmückt, was das Brandrisiko erhöhte. <BR /><BR />Weil in dem Lokal die Sicherheit der Gäste nicht gewährleistet werden konnte, verfügte der Bozner Quästor Giuseppe Ferrari eine vorübergehende Schließung von sieben Tagen. Felix Taschler, Vorsitzender der Diskothekenfachgruppe im HGV, kann sich das Ganze nicht wirklich erklären. „In meinen Augen haben die Behörden etwas überreagiert. Die Wunderkerzen in Kombination mit den leicht entflammbaren Dekorationen sind sicher ein Problem, aber die hätte man auch einfach wegräumen können“, sagt er. <h3> „Mehrere Lokalbesitzer haben Wunderkerzen entfernt“</h3>In seiner eigenen Diskothek, dem Club Max in Brixen, habe er bereits alle Wunderkerzen entfernt und durch LED-Leuchtstäbe ersetzt. Zudem habe der Brixner Bürgermeister ein Verbot jener Wunderkerzen erlassen, wie sie auch in Crans-Montana verwendet wurden. „Generell kenne ich mehrere Lokalbesitzer, die die Wunderkerzen nach der Brandkatastrophe aus ihren Lokalen entfernt haben“, berichtet Taschler.<BR /><BR /> Über die Situation mit den Fluchtwegen und Notausgängen sei er indes nicht ausreichend informiert, doch seiner Meinung nach hätte man das Problem auch anders lösen können. „Ich finde nicht, dass man ein Lokal bei derlei Mängeln mehrere Tage zusperren muss. Man hätte auch Milde walten lassen können. Diskotheken haben ja ohnehin nur am Wochenende offen, da wäre genug Zeit geblieben, die Mängel in der Zwischenzeit zu beheben“, meint Taschler. <BR /><BR />Generell sei Brandschutz in Tanzlokalen ein Thema, das ernst genommen werde. „Es ist natürlich positiv, dass nach so einer Katastrophe wie in Crans Montana genau hingeschaut wird. Die Einhaltung der Brandschutzauflagen in Diskotheken wurde aber schon vor der Tragödie im Wallis jährlich kontrolliert. Deshalb sind die Betreiber stets darauf bedacht, dass in diesem Bereich alles in Ordnung ist“, so Taschler.