Montag, 14. September 2020

Italiens Diskos gesperrt: Volle Lokale in San Marino

Nachdem Italien angesichts der zunehmenden Zahl von infizierten Jugendlichen die Schließung aller Diskotheken – auch der Stranddiscos – bis zum 30. September beschlossen hat, boomen Lokale in San Marino. Im Kleinstaat mit Blick auf die Adria sind die Coronavirus-Auflagen weniger streng. Tausende Jugendliche verlassen die Adria-Badeortschaften, um in den Discos San Marinos zu tanzen.

Jugendliche nehmen oftmals sogar längere Autofahrten in Kauf, um in San Marino zu tanzen.
Jugendliche nehmen oftmals sogar längere Autofahrten in Kauf, um in San Marino zu tanzen. - Foto: © shutterstock
Im Zwergstaat am Apennin muss man sich zwar für den Disko-Besuch anmelden und beim Tanzen Mundschutz tragen, das stört viele Jugendliche aber nicht, die oft längere Autofahrten in Kauf nehmen, um in San Marino zu tanzen.

Das löste Kritik der Vereinigung der Disco-Betreiber der Adria-Region Emilia Romagna aus. „Es ist unannehmbar, dass man 20 Kilometer von der Adria-Küste frei tanzen kann, während dies in Italien verboten ist“, protestierte Gianni Indino, Präsident des Verbands der Diskobetreiber SILB, nach Medienangaben.

Maskenpflicht und Schließung der Diskotheken

In Italien wurden am 16. August wegen der wieder steigenden Corona-Zahlen alle Diskotheken des Landes geschlossen. Außerdem ordnete die italienischen Regierung an, dass in der Zeit zwischen 18 Uhr und 6 Uhr auf Plätzen, an denen viele Menschen zusammentreffen, und bei Ansammlungen vor Lokalen eine Maskenpflicht gilt. Zur Unterstützung der Diskotheken will die Regierung 100 Millionen Euro locker machen.

Zunehmend junge Menschen infiziert

Hintergrund der Verschärfung war die Tatsache, dass sich in Italien zunehmend vor allem jüngere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus anstecken. In den vergangenen Wochen gab es viele Berichte über Feiern von jungen Leuten, bei denen die Sicherheitsmaßnahmen ignoriert wurden.

apa