15,8 Mio. Euro, die eigentlich für das neue Lohnmodell ab 2024 reserviert waren, dürften schon heuer ausgeschüttet werden. Damit stünden für die – von Gewerkschaften stets als zu mickrig kritisierte – Anzahlung auf den Inflationsausgleich für 2022 über 40 anstatt 25 Millionen bereit.<BR /><BR />Im Tauziehen um den bereichsübergreifenden Vertrag im öffentlichen Dienst verhandeln Gewerkschaften und öffentliche Delegation im Wettlauf gegen die Zeit. Ohne Abschluss des alten Vertrags 2029-21 kann das Land kein Geld für den neuen Vertrag 2022-24 locker machen. Bis Ende Mai ist eine Einigung über das neue Lohnmodell des Landes nötig, damit die Landesregierung am 30. Mai insgesamt 125 Mio. Euro im Nachtragshaushalt vorsehen kann. Gestern saß man zwar erstmals 4 statt nur 2 Stunden am Verhandlungstisch. Trotzdem kam es zu keinem Durchbruch. „Ich rechne damit, dass wir noch ein bis 2 Wochen benötigen“, sagt Karin Wellenzohn vom ASGB.<BR /><BR />Allemal sei man „auf einem guten Weg“. Am neuen Lohnmodell wird es nicht scheitern. Im September würde jeder öffentlich Bedienstete in Südtirol dann ein zusätzliches Monatsgehalt in Form einer Einmalzahlung erhalten. 100 der 125 Mio. Euro würden als Abschluss des Inflationsausgleiches 2019-21 ausgeschüttet. Die restlichen 25 Mio. Euro wären eine Anzahlung auf die Inflation 2022/2023/2024.<BR /><BR />Doch mit eben diesen 25 Mio. Euro sind die Gewerkschaften alles andere als zufrieden. Unzufrieden sind auch die Mitarbeiter, wie sich in den Versammlungen herausstellte, die ASGB und konföderierte Gewerkschaften abgehalten haben. Bisher hieß es vom Landeshauptmann aber immer, dass „mehr nicht drin“ sei, weil das Geld dazu fehle.<BR /><BR />Jetzt aber scheint man doch noch einen Weg gefunden zu haben, die Akontozahlung 2022 anzuheben. „Ich habe mich mit der öffentlichen Delegation getroffen. Es gibt noch eine einzige Möglichkeit des Entgegenkommens, die wir jetzt ausloten. Wissend, dass es sich immer nur um eine Anzahlung handelt, die mit Sicherheit nicht ausreicht“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher.<BR /><BR />Konkret geht es um 15,8 Mio. Euro, die im Haushalt für das neue Lohnmodell des Landes reserviert sind. Weil dieses aber erst mit Jänner 2024 greift, könnte die Summe schon jetzt herangezogen werden. Die Anzahlung auf die Inflation 2022-24 würde damit von 25 auf über 40 Mio. Euro klettern. In Prozentsätzen wäre man bei rund 4 Prozent, bisher hingegen bei 2,3.<BR /><BR />Der Hinweis auf die 15,8 Mio. Euro kam von den Gewerkschaften. „Es wäre ein deutliches Entgegenkommens“, so Wellenzohn. Noch habe man das Geld aber nicht in der Tasche.<BR /><BR />