Seit einiger Zeit ist das Leben dort oben zur Hölle geworden, denn dieser Abschnitt der Dolomitenstraße 48 wird jeden Tag von Hunderten von Supersportwagen befahren, die ohne Rücksicht auf die Sicherheit, die Umwelt und andere Touristen durch die Haarnadelkurven rasen. <BR /><BR />„Sie starten bereits um 5.30 Uhr in der Früh und fahren oft den ganzen Tag über, auch bis nach 22 Uhr“, erzählt Manuela Ladurner. Die Präsidentin der Union di Ladins da Fodom bestätigt damit, was auch der Bürgermeister von Livinallongo, Leandro Grones, geschildert hatte. „Es gibt Tage, an denen man nur solche Sportwagen auf dem Pass sieht. Sie kommen von überall her, sogar aus Katar. Aber die meisten kommen aus München, zumindest von den Nummernschildern der Autos her zu schließen“, schildert Ladurner. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="916111_image" /></div> <BR /><BR />„Eines Tages“, erzählt sie, „bin ich auf den Hotelvorplatz gegangen, um einige Lenker zu fragen, was sie hier machen. Sie sagten mir, dass die Besitzer der Autohäuser, in denen sie arbeiten, ihnen sagen, dass sie am Wochenende hierher kommen sollten, um diese großen Autos zu testen“. <BR /><BR /> Das Phänomen der unerlaubten Rennen ist keineswegs auf die Sommersaison beschränkt: „Jedes Mal, wenn ein bisschen Schnee liegt, nutzen einige Leute die Gelegenheit, um die Haarnadelkurven hinaufzudriften. Aber das sind dann meistens Leute, die aus den Nachbarorten kommen“, weiß Ladurner.<h3> Gäste kommen nicht wieder</h3>Das Motorendröhnen und Reifenquietschen ist ein großes Problem für die Hoteliers, deren Gäste sich ausruhen und entspannen wollen. „Die Urlauber beschweren sich, dass sie nicht schlafen können, wenn diese Autos sogar schon um 3 Uhr morgens vorbeidonnern. Und am nächsten Morgen fragen sie uns, was passiert ist. Die Folge ist, dass die Urlauber nicht mehr wiederkommen“, klagt Ladurner. „Wenn die Lenker wenigstens etwas konsumieren würden. Aber von wegen: Sie trinken höchstens einen Kaffee, um auf die Toilette gehen zu dürfen.“<BR /><BR /> Die Probleme treffen auch die Anrainer der Passstraße. „Ich weiß von Familien, die verzweifelt sind, weil sie ihre Kinder nachts nicht zum Einschlafen bringen können“, sagt Ladurner.<BR /><BR />Eines aber schließt sie aus: „Ich möchte nicht, dass dieses Phänomen zu einem Vorwand wird, um die Straßen zu sperren. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Sportwagenfahrer, wenn sie es hier nicht mehr tun können, woanders hingehen werden, um sich dort mit ihren Boliden auszutoben.“<BR />