Freitag, 17. April 2015

Dominikanerkirche in neuem Licht

Die neuen, künstlerisch gestalteten Glasfenster der Dominikanerkirche in Bozen sind am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Die neuen Kirchenfenster lassen den Innenraum der Dominikanerkirche in einem neuen Licht erstrahlen. - Foto LPA/Amt für italienische Kultur
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Die neuen Kirchenfenster lassen den Innenraum der Dominikanerkirche in einem neuen Licht erstrahlen. - Foto LPA/Amt für italienische Kultur

Die neuen Glasfenster der Dominikanerkirche in Bozen fügen sich in die Architektur des Bauwerks ein und wurden von der Abteilung für Italienische Kultur des Landes im Rahmen des Projekts "Arte nel territorio" finanziert. 

Die Fenster aus massivem Glas wurden nach einem alten Verfahren vom Bozner Ausbildungszentrum Vetroricerca hergestellt, das sich der Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf dem Gebiet der Glasmanufaktur verschrieben hat. Die Pläne stammen von Lucia Pagnoni und spiegeln die architektonische Formensprache der Westfassade des Gebäudes wider.

Beim Verfahren zur Herstellung der Kirchenfenster handelt es sich um die sogenannte "Pâte de verre"-Technik. Das dicke Glas wird dabei in eine Art "Lichtskulptur" verwandelt. "Insgesamt wurden 2000 Kilo Kristallglas zu zwölf Einzelelementen verarbeitet, die zu drei Glasfenstern zusammengefügt wurden", berichtete Alessandro Cuccato vom Ausbildungszentrum Vetroricerca, "jedes einzelne davon hat ein Gewicht von zirka 700 Kilo und einen Durchmesser von drei bis elf Zentimetern." 

Das Herstellungsverfahren war bereits in der Antike bekannt, wurde aber durch neues Wissen und moderne Einflüsse ergänzt. Am linken und rechten Seitenfenster bilden die sich im oberen Teil überkreuzenden Linien die symbolische Darstellung eines Baumes.

Das Mittelfenster zeigt hingegen im unteren Teil einen achtzackigen Stern und ein Kreuz. Das Kreuz steht für Christus und der Stern für Sankt Dominikus (und somit für den Dominikanerorden), er verweist aber zugleich auch auf den antiken Venuskult und gilt als Fruchtbarkeitssymbol.

"Im Inneren der Kirche dient die Kunst nicht nur der Ästhetik", erklärte Bischof Ivo Muser, "sondern vermittelt eine Botschaft. Die Kunst hilft uns, die Zeichen zu verstehen, und das Symbol des Lichts, das sich in den Glasfenstern erkennen lässt, wiest auf das Licht der Welt hin."

stol