Samstag, 27. Juni 2015

Donauinselfest – Polizist mit geladenem Revolver attackiert

Einen buchstäblich brandgefährlichen Zwischenfall hat sich Samstag gegen 0.40 Uhr früh am Rande des Donauinselfestes in Wien abgespielt.

Foto: © APA/EPA

Ein alkoholisierter Mann attackierte einen Motorradpolizisten mit einem Revolver und Benzin. Der Beamte erlitt eine Schädelprellung.

Die Attacke spielte sich beim Wiener Donauinselfest ab. Laut Aussendung der Wiener Polizei regelte ein 53-jährige Motorradpolizist beim Rollerdamm in Wien-Floridsdorf den Verkehr.

Als er gemäß dem Verkehrsleitsystem für die Großveranstaltung einem Auto die Durchfahrt an der Adresse Am Rollerdamm verweigern musste, dürfte der Beifahrer ausfällig und aggressiv geworden sein. Er stieß laut ersten Zeugenbefragungen Drohungen aus, entfernte sich aber gemeinsam mit dem Fahrzeuglenker zunächst wieder.

Etwa 30 Minuten später kehrte der 74-jährige Tatverdächtige allerdings bewaffnet zurück. In seinen Händen hielt er einen Revolver und eine Plastikflasche mit Benzin. Er drohte, den Beamten anzünden zu wollen und überschüttete das Dienstmotorrad des Polizisten mit Benzin.

Bevor er auch den 53-jährigen Beamten überschütten konnte, gelang es diesem, dem Tobenden die Flasche aus der Hand zu schlagen. In diesem Moment schlug jedoch der 74-Jährige mit dem Knauf des Revolvers auf den Kopf des Polizisten ein und verletzte diesen leicht.

„Er wurde in ein Spital gebracht und hat eine Schädelprellung erlitten“, sagte am Samstag ein Sprecher der Wiener Polizei.

Der Tatverdächtige wurde durch sofort hinzueilende Polizisten entwaffnet und festgenommen. Der 74-Jährige wurde in Haft genommen. Er hatte auch sechs Schuss Munition bei sich gehabt. Bei dem Mann wurde ein Blutalkoholgehalt von 0,74 Promille festgestellt. Weitere Ermittlungen laufen.

Waffe war geladen

Bei dem gefährlichen Zwischenfall war die Waffe des Angreifers geladen. Dies erklärte ein Sprecher der Polizei am Nachmittag.

„Der 74-Jährige stammt aus Wien-Floridsdorf. Er war bisher unbescholten. Für die Waffe hatte er eine Besitzkarte“, sagte der Sprecher.

Zum Führen der Waffe im geladenen Zustand – und das war der Fall – sei der Mann nicht berechtigt gewesen.

Noch dazu befanden sich in dem Revolver vier Stück illegaler Munition. Wann die Einvernahme- bzw. Befragungsergebnisse vorliegen werden, war zunächst noch nicht bekannt.

apa

stol