Mittwoch, 20. April 2016

Doping-Prozess im Fall Taschler beginnt

Hat Daniel Taschler gedopt und Vater Gottlieb dies eingefädelt? Um nichts Geringeres als diese Frage geht es am Landesgericht Bozen, wo sich der Antholzer Biathlon-Papst, sein Sohn sowie der Sportmediziner Michele Ferrari ab Mittwoch im Hauptverfahren verantworten müssen.

Daniel und Gottlieb Taschler
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Daniel und Gottlieb Taschler - Foto: © STOL

Staatsanwalt Giancarlo Bramante verdächtigt Gottlieb Taschler der Beihilfe zum Doping, Daniel Taschler glaubt der Staatsanwalt einen konkreteren Verstoß gegen das Dopinggesetz zur Last legen zu können. Dies gilt es nun vor Richter Carlo Busato zu belegen. 

Mitschnitte von Gesprächen als Grundlage

Flavio Moccia, der Verteidiger der Taschlers, beantragte am Mittwoch ein Gutachten zu den Abhörprotokollen. Die Protokolle stellen den wichtigsten Beweis für die Anklage dar. Aus ihnen soll hervorgehen, dass Gottlieb Taschler den gesperrten Ferrareser Sportarzt Michele Ferrari kontaktiert und das Dopingvergehen seines Sohnes so angebahnt habe. Biathlet Daniel Taschler und Ferrari sollen sich - laut Mitschnitten ihrer Gespräche - mehrmals getroffen haben. 

Die Anwälte des Sportarztes beantragten zudem eine Verlegung des Verfahrens für Ferrari nach Ferrara oder Padua. In der Vorverhandlung waren sie damit gescheitert. Noch am Mittwochnachmittag will der Richter über diesen Antrag befinden. Danach wird die Verhandlung voraussichtlich vertagt.

Noch ein Prozess: Zwei Jahre Sperre für beide gefordert

Voraussichtlich im Mai müssen sich die beiden Taschlers dann auch in einem Verfahren vor dem CONI-Antidoping-Gericht in Rom verantworten. Dort hat die Anklage bereits eine zweijährige Sperre für den Athleten beantragt und auch der Vater soll - da er die Treffen mit dem Doping-Arzt eingefädelt haben soll -  seine Ämter als Vizepräsident des Weltverbandes IBU (derzeit ruhend) und OK-Präsident des Weltcups in Antholz für zwei Jahre niederlegen (STOL hat berichtet). 

stol

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