Montag, 25. Dezember 2017

Doppelstaatsbürgerschaft: "Hoffe, dass Diskussion nicht spaltet"

Während Diözesanbischof Ivo Muser in der Christnacht im Dom von Brixen dem Festgottesdienst vorgestanden ist, hat er den Christtag im Dom von Bozen mit einem Pontifikalamt gefeiert. „Christus ist unser Friede“, das Motto von Bischof Karl Golser, der vor einem Jahr verstorben ist, ist der Weihnachtswunsch von Bischof Muser für die Diözese.

Foto: Diözese
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Foto: Diözese

In der Christnacht hat der Bischof aufgezeigt, wie Franz von Assisi in einer ganz neuen Tiefe das Menschsein Jesu entdeckt hatte.

„Die Macht Gottes zeigt sich in der Ohnmacht menschlicher Liebe, die nicht zwingt und sich nicht aufdrängt, sondern sich verschenkt und ausliefert“, so Bischof Ivo Muser.

Er mahnte gleichzeitig an, dass Weihnachten heute bei manchen viel zu laut und zu äußerlich geworden sei und dadurch das Geheimnis der Demut, der Einfachheit und der Herzlichkeit Gottes verdeckt werde.

Worte zur Doppelstaatsbürgerschaft 

Am Christtag ging der Bischof auf das Geheimnis der Menschwerdung Gottes ein: „Gott wird Mensch – das gibt es in keiner anderen Religion. In diesem Juden, der als Kind von Betlehem geboren und als Jesus von Nazareth gekreuzigt wird, ist Gott selber in diese Welt hereingetreten."

Kein anderer Mensch vor ihm und kein anderer Mensch nach ihm stehe in einer solchen Beziehung zu Gott wie er.

"Das ist das Neue und das Unterscheidende des Christentums, das ist die radikale Weihnachtsbotschaft: Gott im Menschen und der Mensch in Gott“, betonte Muser.

An diesem Fest, an dem das Wort Fleisch geworden ist, wünscht sich der Bischof zudem offene und ehrliche Worte, nicht solche, die verletzen und Brücken niederreißen.

Konkretisiert hat er dies an einer aktuellen Diskussion: „Ich kann als Bürger, Christ und Bischof nur hoffen, dass die Diskussion um die Doppelstaatsbürgerschaft unsere Gesellschaft nicht spaltet, nicht alte Wunden und Vorurteile aufreißt und ein vergiftetes, misstrauisches politisches und menschliches Klima hinterlässt, von dem wir hofften, es überwunden zu haben.“

Der Bischof wies dann darauf hin, dass man Weihnachten nicht auf eine schöne Erinnerung, ein frommes Gefühl oder auf einige Festtage reduzieren kann.

„Seit Gott Mensch wurde, können wir ihn überall dort begegnen, was mit dem Menschen zu tun hat“, so der Bischof.
Der Oberhirte erinnerte daran, dass vor einem Jahr Bischof Karl Golser verstorben ist.

Sein Motto „Christus ist unser Friede“ bleibe sein Testament an die Diözese Bozen-Brixen.

Diesen Frieden wünscht der Bischof allen Südtirolern – den Frieden in den Herzen, in den Familien, zwischen den Kulturen und Religionen, zwischen den Sprachgruppen, zwischen den Einheimischen und den Fremden, mit der Schöpfung und mit Gott.

stol

stol