"In der Internetkampagne wird dem EU-Parlament vorgeworfen, sogar Kamillentee und einfache Kräuter wie Salbei zu verbieten, dabei ist das pure Panikmache“, so Dorfmann weiter.Eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2004 tritt nun nach sieben Jahren Übergangszeit vollständig in Kraft. „Sie betrifft aber ausschließlich traditionelle pflanzliche Medikamente und will verhindern, dass solche Medikamente ähnliche Anerkennungsverfahren durchlaufen müssen wie alle anderen Medikamente. Für Produkte aus Kräutern, die nicht als Medikamente angeboten werden, wie etwa Tees, Kräutersalze oder Kosmetikartikel bleibt alles wie bisher“, so Dorfmann.Die Südtiroler Kräuterbauern seien kaum von der neuen Regelung betroffen, weil sie keine Arzneimittel herstellten. Auch der Verband von Südtirols Apothekeninhaber erachte die neue Regelung als positiv. „Ziel der Neuregelung ist es, den Konsumenten vor nicht nachweisbaren medizinischen Versprechungen zu schützen und gleichzeitig aufgrund der besonderen Tradition von pflanzlichen Medikamenten für die Anerkennung eine vereinfachte Methode einzuführen. Künftig muss auf den verkauften Packungen der Einsatz- und Wirkungsbereich der Heilkräuter stehen. Der Hersteller muss zudem garantieren, dass die Wirkung aufgrund langjähriger und traditioneller Erfahrung gewährleistet ist“, erklärt der EU-AbgeordneteEs stimme, so Dorfmann, dass künftig alle Hersteller ihre Produkte registrieren müssten, damit diese weiterhin verkaufsfähig bleiben. „Natürlich werden auch einige Produkte die Voraussetzungen für die Registrierung nicht erfüllen und vom Markt verschwinden. Südtiroler Hersteller dürften davon nicht betroffen sein und Konsumenten wohl auch nur am Rande. Wir können deshalb auch weiterhin unseren heißen Kamillentee genießen“, erklärt der Europaparlamentarier.