Freitag, 30. August 2019

„Dorian“ nimmt Kurs auf US-Ostküste

Die Menschen in Florida wappnen sich für den vielleicht stärksten Hurrikan, der den US-Bundesstaat seit fast 3 Jahrzehnten getroffen hat. Der herannahende Wirbelsturm „Dorian“ soll am Wochenende auf die Südostküste der USA treffen, wie das Nationale US-Hurrikan-Zentrum am Freitag mitteilte.

Der Wirbelsturm soll am Wochenende auf die Südostküste der USA treffen.
Der Wirbelsturm soll am Wochenende auf die Südostküste der USA treffen. - Foto: © APA/AFP

Es handle sich um einen „extrem gefährlichen Hurrikan“, der in den kommenden Tagen an Stärke zunehme. Politiker riefen die Einwohner der potenziell betroffenen Regionen auf, sich mit ausreichend Trinkwasser, Essen und Medizin einzudecken.

US-Präsident Donald Trump warnte mit eindringlichen Worten – und sagte eine geplante Polen-Reise vorsorglich ab. „Alles deutet darauf hin, dass er sehr hart zuschlagen wird und dass es sehr groß wird“, sagte Trump Donnerstagabend (Ortszeit) in einer Videobotschaft. „Es sieht so aus, als wenn es ein absolutes Monster sein könnte.“

„Dorian“ sammelt derzeit über dem warmen Wasser des westlichen Atlantiks Kraft und hat bereits die Stärke eines Hurrikans der Kategorie 2 – auf einer Skala von 1 bis 5. Am Freitagvormittag (Ortszeit) erreichte „Dorian“ Windgeschwindigkeiten von 175 Kilometern pro Stunde und lag damit nur knapp unterhalb der Schwelle zu einem Hurrikan der Stufe 3. Bis er in Florida auf Land trifft, könnte er nach Einschätzung des Hurrikan-Zentrums die Stufe 4 erreichen.

Die Experten dort warnten vor großen Schäden. Solche Stürme verursachten heftigen Regen, zerstörerische Winde und lebensgefährliche Überschwemmungen, sie rissen Strommasten und Bäume um, zerstörten Wohnhäuser. In der Folge könnten betroffene Gebiete für Tage oder gar Wochen ohne Strom und unbewohnbar sein.

Ausnahmezustand in Florida

Noch ist unklar, wo genau der Hurrikan auf Land treffen wird. Daher müssten sich die Menschen derzeit von den Florida Keys südlich von Miami bis hin zum nördlich angrenzenden Bundesstaat Georgia für den Sturm wappnen. Floridas Gouverneur Ron DeSantis sagte am Freitag, Entscheidungen über mögliche Evakuierungen würden bald getroffen.

Die Menschen in dem Bundesstaat deckten sich mit Vorräten ein. Fernsehbilder zeigten lange Schlangen in Supermärkten und Baumärkten. Es gab auch einen großen Andrang auf Tankstellen. DeSantis sagte, an manchen Tankstellen sei bereits der Sprit ausgegangen. Er hatte die Bewohner des Staates bereits am Mittwoch aufgerufen, Vorräte für mindestens 7 Tage anzulegen, darunter Essen, Wasser und Medikamente.

DeSantis sagte, es liefen intensive Vorbereitungen für die Ankunft des Sturms. Es stünden bereits fast 4 Millionen Liter Wasser und 2 Millionen Mahlzeiten zur Verteilung bereit. In Florida gilt mittlerweile der Ausnahmezustand ebenso wie in Küstengebieten Georgias. Dies soll die Vorbereitungen und Rettungseinsätze erleichtern.

Trump befürchtet Schlimmes

Trump sprach von Befürchtungen, dass der Wirbelsturm genauso folgenreich werden könnte wie einst Hurrikan „Andrew“ – oder gar noch schlimmer. Als „Andrew“ 1992 als Sturm der Kategorie 5 auf die Ostküste Floridas traf, kamen Dutzende Menschen ums Leben. Die Schäden in verschiedenen US-Bundesstaaten beliefen sich damals auf rund 43 Milliarden US-Dollar (38,84 Mrd. Euro).

Der Sturm trifft die USA an einem verlängerten Wochenende – am Montag ist dort ein Feiertag. Einige Fluggesellschaften ließen Passagiere Flüge kostenlos umbuchen, wie US-Medien berichteten.

Statt Trump werde nun Vizepräsident Mike Pence für die USA an den Gedenkveranstaltungen zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Polen teilnehmen. Er habe dies telefonisch auch Polens Präsident Andrzej Duda erklärt und hoffe, die Reise bald nachholen zu können, sagte Trump. Er sollte ursprünglich Sonntagfrüh in Warschau ankommen.

apa/dpa

stol