Weil es Politik und Verwaltung auch heuer wieder verabsäumt haben, ausreichend menschenwürdige Schlafplätze bereitzustellen, haben die Mitglieder des vor einem Jahr gegründeten Vereins „housing first bozen EO“ das Gebäude in der Rittner Straße 25 ausgeräumt, neu gestrichen, geputzt und eingerichtet. 25 Schlafplätze für Menschen ohne Dach über dem Kopf stehen insgesamt bereit. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/bozens-zivilgesellschaft-eroeffnet-dormizil-ein-nachtquartier-fuer-25-obdachlose" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Am 18. Oktober wurde das „dormizil“ schließlich eröffnet.</a><BR /><BR />In der ersten Nacht haben 17 Menschen dort geschlafen. Das Haus werde in den nächsten Wochen langsam voll werden. Unterstützung durch Spenden, Hygieneartikel, Lebensmittel und Zeit ist willkommen und notwendig.<BR /><BR />In den vergangenen Wochen wurden die obdachlosen Menschen über das Angebot in der Rittner Straße informiert. Bei Aufnahmegesprächen wurden ihnen die Regeln des Hauses erklärt. In der vergangenen Nacht konnten sie die Schlafstätte zum ersten Mal in Anspruch nehmen. Sie haben die Wärme im Haus, die Willkommens-Atmosphäre und das Frühstück genossen.<BR /><BR />Pro Stockwerk gibt es ein Gemeinschaftsbad, in jedem Zimmer schlafen 2 oder 3 Menschen. So bleibt ihnen Platz, um sich zurückzuziehen und geräuschlos zu schlafen. Sigrid Bracchetti und Christian Anderlan haben den ersten Nachtdienst, Ulrike Engl, Marina Demetz und Michael Springer den ersten Frühstücksdienst geleistet.<BR /><BR /><b>Obdachlosen Menschen langfristig Wohnraum ermöglichen</b><BR /><BR />Die Haselsteiner Familien-Privatstiftung stellt dem Verein das dreistöckige Haus für 30 Jahre bereit. Das Haus soll umgebaut werden, um wohnungs- und obdachlosen Menschen langfristig Wohnraum in kleinen Einheiten zu ermöglichen. <BR /><BR />„Doch da es im Herbst so aussah, als würden im reichen Bozen im kommenden Winter mindestens 130 Menschen auf der Straße dem Erfrieren ausgesetzt sein, haben die Vertreter von Bozens Zivilgesellschaft kurzfristig entschieden, das Gebäude unter dem Namen 'dormizil' im heurigen Winter als Nachtquartier zu eröffnen. Es wird ausschließlich von Freiwilligen geführt. 70 Personen haben sich bisher zu Freiwilligendiensten angemeldet“, so der Verein in einer Pressemitteilung.<BR /><BR />Es gibt jeweils einen zweiköpfig besetzten Nachtdienst und einen ebenfalls mit 2 oder 3 Personen besetzten Frühstücksdienst. Die Bewohner können das Haus abends ab 19.30 Uhr betreten, zwischen 7.30 und 8.15 Uhr frühstücken und verlassen es spätestens um 8.30 Uhr. <BR /><BR />Den Verein „housing first bozen“ haben Magdalena Amonn, Paul Tschigg, Christian Anderlan, Sigrid Bracchetti, Norbert Pescosta, Wolfgang Aumer, Martina Schullian, Helmuth Niedermayr, Verena von Aufschnaiter und Birgit Bragagna Spornberger am 20. Oktober 2020 gegründet.<BR /><BR /> Sie seien zwar froh, dass sich die Politik inzwischen dazu entschlossen habe, im Alimarket-Gebäude in Bozen Süd weitere Winternotschlaf-Plätze zur Verfügung zu stellen. Allerdings bemängeln sie, dass die obdachlosen Menschen so aus dem Stadtzentrum hinausgedrängt würden und in großen Hallen schlafen müssten. <BR /><BR />„Jeder Mensch – unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion, Herkunft – habt ein Recht auf würdevolles Schlafen und Wohnen“, sagen sie. Sie pochen darauf, dass endlich genug menschenwürdiger Wohnraum für alle Menschen in Bozen geschaffen wird.<BR /><BR /><b>„dormizil“ durch Spenden finanziert</b><BR /><BR />Die Führungskosten des „dormizil“ werden ausschließlich durch Spenden finanziert. Die Vereinsmitglieder haben Spendenpakete für jede Dicke von Brieftasche geschnürt: So kosten Strukturerhalt und Frühstück für eine Übernachtung im dormizil 7 Euro (Nachtpaket). Das Wochenpaket – 7 Nächte – ist um 49 Euro erhältlich. Ein Frühstückspaket – Frühstück für alle 25 Gäste – kostet 80 Euro. <BR /><BR />Wer die Strukturerhaltungskosten wie Heizung, Strom, Reinigung der Bettwäsche und Müll für einen Monat tragen möchte, ist eingeladen, das Wärmepaket um 460 Euro zu übernehmen. Aber auch jede andere Spende ist willkommen. <BR /><BR />Die Spendenpakete und Einzelspenden können über die Webseite <a href="https://www.dormizil.org/" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">www.dormizil.org</a> abgewickelt werden. Einzahlungen sind per Banküberweisung, paypal oder Kreditkarte möglich. Ethical Banking, Raiffeisenkasse Bozen und Raiffeisen Landesbank Südtirol unterstützen den Verein finanziell und ideell.<BR /><BR />