Dienstag, 16. Januar 2018

Downhillerin: „Ungezogene Menschen gibt's überall“

Die junge Boznerin Alessia Missiaggia gewann 2016 die Downhill-Weltmeisterschaften am Sulzberg (Trentino). Nun setzt sie sich mit einer Online-Petition für eine ihrer liebsten Trainingsstrecken auf ihrem Hausberg Kohlern ein. Dort hat die Stadt Bozen jüngst ein Downhill-Verbot formell erlassen.

(Symbolfoto).
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(Symbolfoto). - Foto: © shutterstock

„Dolomiten“: Woher kam der Einfall zur Online-Petition?

Alessia Missiaggia: Ich habe die Petition auf Vorschlag eines Journalisten einer italienischen Rad-Zeitschrift gestartet. Dort verfolgt man die Entwicklungen in Bozen übrigens gespannt. Mir wurde bewusst, das viele gar nicht wissen, wie wichtig Downhill für Bozen geworden ist. Es zieht nicht nur viele Sportbegeisterte aus Norditalien, Österreich und dem süddeutschen Raum an, sondern ist auch eine beliebte Teststrecke für Fahrradhersteller.

„D“: Haben Sie eine derartige Reaktion erwartet?

Missiaggia: Ich hatte mir eine positive Reaktion erhofft, aber Unterstützung diesen Ausmaßes habe nicht. Die über 4600 Unterschriften zeigen, wie sehr die Leute diese Strecke  schätzen.

„D“: Was erhoffen Sie sich von der Petition?

Missiaggia: Wir erwarten uns keine offenen Türen, aber wir hoffen, das die Gemeinde nun endlich gewillt ist, uns in die Entscheidung mit einzubeziehen.

„D“: Warum hat es das Downhill so schwer, als Sportart angenommen zu werden?

Missiaggia: Downhill ist ein junger Sport. Das Problem ist, dass ihm von allen Seiten mit Argwohn und Vorurteilen begegnet wird. Viele denken, wir wären alle rücksichtslose Umweltzerstörer. Das ist nicht der Fall, und ungezogene Menschen gibt es überall. Für mich ist das Downhill eine andere Art, mit unserer wunderschönen Natur zu interagieren.

D/wh

stol