Wir haben mit ihm gesprochen.<BR /><BR /><b> Herr Dr. Wallnöfer, Sie sind erst vor Kurzem mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol geehrt worden. Wie haben Sie davon erfahren, waren Sie überrascht darüber?</b><BR />Werner Wallnöfer: Die Verleihung des Verdienstkreuzes kam für mich völlig überraschend. Erfahren habe ich davon telefonisch von der Sekretärin des Landeshauptmannes; die diesbezügliche schriftliche Mitteilung habe ich bis heute nicht erhalten.<BR /><BR /><b>Was verbinden Sie mit dieser besonderen Auszeichnung, was bedeutet sie für Sie?</b><BR />Wallnöfer: Diese Auszeichnung bedeutet mir eine öffentliche Anerkennung meiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Es hat mich sehr gefreut.<BR /><BR /><b>Sie sind seit Langem ehrenamtlich tätig. Was bedeutet das Ehrenamt für Sie?</b><BR />Wallnöfer: Genau genommen bin ich mindestens 40 Jahre ehrenamtlich tätig. Das Ehrenamt liegt mir aus einem zweifachen Grund am Herzen. Zum Ersten: Dafür, dass es mir einst dank der kirchlich-politisch-gesellschaftlichen Situation möglich war, im Vinzentinum zu studieren, ein Stipendium vom Land Tirol zu erhalten, ein Universitätsstudium zu absolvieren und einen Beruf zu erlernen, der mir stets Freude und Genugtuung bereitet hat, möchte ich mich durch meinen Einsatz für die Gesellschaft erkenntlich zeigen und sozusagen etwas zurückgeben. Zum Zweiten erachte ich es als soziales Wesen als meine Aufgabe, für die Gesellschaft, in der ich lebe, einen positiven Beitrag zu leisten. Ich sehe darin eine Art moralische Verpflichtung. Widmen möchte ich das Verdienstkreuz allerdings meinem leider vor acht Jahren verstorbenen Vorgänger der Arbeitsgemeinschaft Senioren, dem Kaufmann Heini Oberrauch – er hat sozusagen Pionierarbeit für die heutige Seniorenarbeit in Bozen geleistet – und meinen fleißigen Mitarbeiter/innen im kirchlichen und sozialen Bereich.<BR /><BR /><b>„Welche Aufgaben haben Sie wahrgenommen, was hat Ihnen am meisten Freude bzw. Genugtuung gegeben?</b><BR />Wallnöfer: Wenn die ehrenamtliche Tätigkeit Früchte trägt, bereitet sie in allen Bereichen Freude und Genugtuung. So war ich unter anderem 20 Jahre lang Pfarrgemeinderatspräsident und 30 Jahre Vorsitzender der Vermögensverwaltung der Dompfarre Bozen, neun Jahre Balleimeister des Deutschen Ordens, seit 2013 Präsident der Arbeitsgemeinschaft Senioren von Bozen und Umgebung und seit 2007 Obmann der Domschatzkammer. Zudem bin ich als Leiter von Wortgottesdiensten und auch als Kirchenführer tätig. <BR /><BR /><b> Wo sehen Sie Hürden oder Hindernisse bei Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit, was könnte verbessert werden?</b><BR />Wallnöfer: Heutzutage ist es nicht mehr einfach, sich ehrenamtlich zu engagieren. Allzu kompliziert sind die bürokratischen Hürden, die es zu meistern gilt. Davon wissen meine Sekretärin und ich nur allzu gut Bescheid.<BR /><BR /><b> Welches Anliegen, welchen Wunsch hätten Sie an die politischen Verantwortungsträger in Bezug auf das Ehrenamt?</b><BR />Wallnöfer: Die bürokratischen Hürden müssen minimiert werden. Wünschenswert wäre, dass die Bestellung des Seniorenanwaltes bald erfolgen würde. Die gesetzliche Voraussetzung dafür ist ja bereits vor etwa zwei Jahren geschaffen worden.<BR /><BR />Interview: Karl Psenner