Mittwoch, 17. März 2021

Draghi ehrt Covid-Todesopfer in Bergamo

Premier Mario Draghi gedenkt am Donnerstag der Covid-19-Todesopfer in Italien. Er wird auf dem städtischen Friedhof der lombardischen Stadt Bergamo einen Blumenkranz niederlegen. Der 18. März wurde als nationaler Gedenktag gewählt, weil an diesem Tag in den Medien Bilder von Militär-Lastwagen zu sehen waren, die von dem Friedhof Dutzende Särge in die Krematorien anderer Regionen brachten. Tagelang war die Lagerkapazität der lokalen Leichenhalle ausgeschöpft.

Premierminister Mario Draghi wird am Donnerstag auf dem Friedhof in Bergamo einen Blumenkranz niederlegen.
Premierminister Mario Draghi wird am Donnerstag auf dem Friedhof in Bergamo einen Blumenkranz niederlegen. - Foto: © ANSA / Chigi Palace Press Office / Fili
Die Bilder hatten die Welt erschüttert und waren zum Symbol der Corona-Tragödie in Norditalien geworden. Etwa ein Jahr nach Ausbruch der ersten Fälle in Italien plant Bergamo, in Erinnerung an die Covid-19-Opfer einen Wald mit 750 Bäumen zu pflanzen. Er soll auf einem Gelände unweit des Krankenhauses Papa Giovanni XXIII entstehen. Dort wurden am Höhepunkt der Epidemie Hunderte Patienten täglich eingeliefert. Der erste Baum soll am Donnerstag von Premier Draghi gepflanzt werden.

Im März des vergangenen Jahres war die Zahl der Coronavirus-Toten in Bergamo so hoch, dass das Militär 65 Leichname in Särgen zum Einäschern in Nachbarregionen bringen musste:

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen




„Großes Signal der Aufmerksamkeit und Nähe“

„Bergamo war die italienische Stadt, die am stärksten von der ersten Welle der Coronavirus-Epidemie betroffen war. Es geschah plötzlich, als sich keiner von uns so etwas vorstellen konnte. Allein in der Stadt zählte man fast 700 Opfer, 6000 in der gesamten Provinz“, sagte der Bürgermeister von Bergamo, Giorgio Gori.

Draghis Besuch in Bergamo bezeichnete Gori als „großes Signal der Aufmerksamkeit und der Nähe“. Über ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie herrscht in Bergamo und in der ganzen Region Lombardei sowie in 3 Viertel des Landes infolge der zunehmenden Infektionszahlen wieder ein Lockdown. „Nach einem schwierigen Jahr sind Müdigkeit und Sorge natürliche Reaktionen. Wir dürfen aber den Mut nicht verlieren, denn wir müssen für den Neustart arbeiten“, so Gori nach Medienangaben.

apa