„20 Prozent der Studienanfänger haben aktuell abgesagt, weil sie schlicht keine Unterkunft finden“, sagt Uni-Direktor Günther Mathà. Und das ist nicht einfach nur ein Problem der Uni: „Wir versuchen schließlich, junge qualifizierte Menschen – auch dauerhaft – nach Südtirol zu bringen.“<h3> Kampf um die klugen Köpfe</h3>Und die hat das Land auch dringend nötig, schließlich fehlt es an allen Ecken und Enden an Fachkräften. „Früher war es noch so, dass Arbeitskräfte hauptsächlich in den technologischen Berufen gefehlt haben, mittlerweile gilt dies aber für alle Bereiche“, so Mathà. Egal ob Lehrkräfte oder Ingenieure, „der Arbeitsmarkt braucht alles“. Und eben nicht nur der in Südtirol. Und so ist der Wettbewerb um die klugen Köpfe längst ein europaweiter – und beginnt bereits beim Buhlen um die Studenten. Denn die Erfahrung zeigt, ein guter Teil der Studierenden bleibt nach Abschluss dem Studienort treu. <BR /><BR />Umso wichtiger wäre es also, so argumentiert Mathà, dass die Uni Bozen alle Studienplätze auch belegen könnte. „Die Anfragen zeigen uns: Die Studierenden wollen kommen. Wir haben ein attraktives Angebot, dass junge Menschen gerne wahrnehmen möchten. Doch 20 Prozent beginnen dann doch ihr Studium nicht in Südtirol, weil sie schlicht keine Wohnmöglichkeit finden“, so der Uni-Direktor. Bei 1000 Bewerbungen pro Semester gehen der Uni und damit auch Südtirol 200 Studierende verloren, junge Menschen, nach denen die Unternehmen regelrecht lechzen. Das gilt auch für das nun startende Herbst/Winter-Semester. <BR /><BR />„Da muss sich einiges ändern“, ist Mathà überzeugt, denn „wir brauchen viele viele schlaue Köpfe“. Neue Studentenwohnheime müssen also her. „Es braucht sicherlich noch 2 oder sogar 3 weitere Heime mit jeweils 200/250 Plätzen“, ist sich Mathà sicher. Zwar gebe es derzeit bereits 600 Heimplätze – „und damit stehen wir in Relation zu den Studienplätzen eigentlich gut dar“, so der Direktor. Doch anders als andernorts ist für alle anderen Studierenden kaum bezahlbarer Wohnraum zu finden. <h3> Keine Ausweichmöglichkeit in die Peripherie</h3>„Nicht nur nicht in Bozen, es gibt auch keine Ausweichmöglichkeiten in die Peripherie. Die ist gleich ausgelastet“, weiß er. Bei Preisen auf dem Wohnungsmarkt von 700 Euro für einen Schlafplatz sei es verständlich, dass angehende Studenten sich dann einfach einen anderen Studienort wählten. In Deutschland und Österreich etwa fänden Studierende wesentlich leichter entweder Plätze in einem Wohnheim bzw. bezahlbaren Wohnraum in Wohngemeinschaften. Und das spiele im Konkurrenzkampf um die Studierenden eine große Rolle. <BR /><BR />Besonders dramatisch werde die Situation in Anbetracht der Tatsache, dass 2024 eine zusätzliche Fakultät für Ingenieurwesen im Bozner NoiTech Park eröffnet werde. Zwar werde ein Heim derzeit neu gebaut, aber auch dieses Angebot werde nicht reichen. „Zudem würden wir neben der neuen Fakultät auch das Angebot insbesondere in den technologischen Studiengängen um 40 bis 50 Prozent ausweiten. Unsere Wachstumsmöglichkeiten als Universität werden aber de facto durch das Wohnungsproblem beschnitten“, klagt Mathà. Es brauche also schnelle Lösungen, „und wenn es als Übergang Container sind“, sagt er.