Der gute Ruf der Privat-Uni in Salzburg ist bekannt. Auch, dass es unglaublich schwierig ist, dort einen Studienplatz zu bekommen. Der Aufnahmetest ist hart und selbst wenn man den gemeistert hat, muss man auch noch das „Interview“ bestehen. Doch Medizinstipendien des Landes gibt es eben nur für diese Uni. Und so hat sich Theresa auf das Wagnis eingelassen. <BR /><BR />Im Jänner hat sie sich angemeldet und wurde für den Test im April zugelassen. Der Aufnahmetest entspricht nicht dem an einer staatlichen Uni. Die Vorbereitung in entsprechenden Kursen wie für den staatlichen Test gibt es so nicht. Dennoch hat sich Theresa vorbereitet – und war angesichts von immerhin 25 Studienplätzen, die das Land pro Jahr in Salzburg „reserviert“ hat, zuversichtlich. <h3> Absage kommt nach einem Monat</h3>„Beim Test ist es nach meinem Gefühl eigentlich gut gegangen. Ich hatte schon gedacht, dass ich den schaffe. Auch wenn einige Fragen aus meiner Sicht eher merkwürdig waren. So ging es gleich in der ersten Frage um das Verständnis eines englischen Textes. In einer anderen Aufgabe musste man eine Unmenge an Terminen in einen Kalender eintragen. Besonders irritiert hat mich die Frage im Eignungstest, ob ich das Studium selber finanziere oder über ein Stipendium.“ Wie auch immer, Theresa ging optimistisch aus dem Test – und war über ihre Absage einen Monat nach dem Test eher erstaunt. <BR /><BR />„Ich wollte dann wissen, was ich falsch gemacht habe und habe die Uni gebeten, mir meine Testergebnisse zukommen zu lassen. Fehlanzeige, da dürfe man keine Auskunft geben“, erzählt die Südtiroler Maturantin.<BR /><BR /> Für eine Bewerbung an einer anderen – staatlichen oder auch privaten – Uni war es aber mittlerweile zu spät. Ihren Traum, Ärztin zu werden, hat Theresa deswegen noch nicht begraben. „Ich werde mich für das kommende Wintersemester an der Innsbrucker Uni bewerben und mich gut auf den Test dort vorbereiten. Da weiß ich wenigstens, was auf mich zukommt. Und einmal angenommen, sind die Kosten überschaubar: Die Einschreibung kostet einmalig 100 Euro, die Semestergebühr 20 Euro“, erzählt sie. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="972874_image" /></div> <BR /><BR />Ob sie dann allerdings später nach Südtirol zurückkommt, steht in den Sternen. Anders als über das Landesstipendium, das sie zumindest für 4 Jahre verpflichtet hätte, in Südtirol zu praktizieren, ist sie mit diesem Weg völlig ungebunden. <BR /><BR />„Ich verstehe nicht, warum ich mir nicht einfach selber eine Privatuni für das Landesstipendium suchen konnte, zumal die meisten auch wesentlich billiger sind. 16.000 Euro im Jahr ist ein gängiger Preis. Bei 6 Studienjahren im Grundstudium (ohne Facharztausbildung) sind das 96.000 Euro. Das käme das Land viel billiger als die 44.000 Euro pro Jahr (für 5 Jahre) an der PMU, das ist nämlich mit 220.000 Euro mehr als doppelt soviel. Und so könnte man zudem gewährleisten, das alle 25 Stipendien auch wahrgenommen werden“, findet sie. An der PMU haben heuer jedenfalls nur 13 Südtiroler ihr Medizinstudium aufgenommen. <BR />Ressortdirektor Günther Burger war dazu für keine Stellungnahme zu erreichen.<BR /><BR />HINTERGRUND<BR /><BR /><BR /> Für das soeben gestartete Wintersemester hatten sich 82 Südtiroler an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) in Salzburg beworben. 72 Studierende wurden zur Aufnahmeprüfung zugelassen, 20 haben diese bestanden. Nach dem anschließenden Kolloquium konnten 13 ihr Studium an der PMU aufnehmen. <BR /><BR />Die PMU ist aktuell die einzige Universität, an der man über ein Landesstipendium Medizin studieren kann. Das Projekt mit der UMHC in Hamburg wurde für dieses Wintersemester nicht weitergeführt, zu den Hintergründen war Ressortdirektor Günther Burger für keine Stellungnahme zu erreichen. <BR /><BR />Pro Studienjahr finanziert das Land Südtirol bis zu 25 Studienplätze an der PMU, weiß Team K-Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder. Doch das bedeutet keineswegs, dass auch 25 Südtiroler ihr Studium dort beginnen können. Die Aufnahmetests gelten als besonders schwer und die Zahlen der vergangenen Studienjahre zeigen: Das Kontingent konnte nie ausgeschöpft werden. <BR /><BR />Aus einer Antwort auf eine entsprechende Anfrage der Landtagsabgeordneten Rieder geht hervor, dass im Studienjahr 2020/21 gerade einmal 8 Südtiroler einen der begehrten Studienplätze ergattern konnten. 2021/22 waren es 12, 2022/23 19 und 2023/24 wie gesagt 13. „Diese Zahlen sind viel zu gering, so werden wir unseren Ärztemangel nicht beheben“, kritisiert Rieder. Und versteht gleich mehrere Dinge an der Strategie des Landes nicht. <BR /><BR />Zum einen irritiere die Auswahl der Privatuniversität(en): „Wir wollen ja, dass die angehenden Südtiroler Ärzte möglichst in Südtirol arbeiten. An die Landesfinanzierung geknüpft ist nämlich die Auflage, dass die Begünstigten innerhalb von 10 Jahren nach Abschluss der Ausbildung mindestens 4 Jahre lang im Südtiroler Gesundheitsdienst arbeiten“, so Rieder. „Warum sucht man sich dann aber mit Salzburg und früher auch Hamburg Universitäten aus, die sehr gezielt auf eine internationale Karriere vorbereiten (UMHC etwa mit der Unterrichtssprache Englisch, die PMU mit internationalen Lehrkrankenhäusern in den USA)?“, wundert sich Rieder. <BR /><BR />Hinzu kommen die Kosten: Ein Studienplatz an der PMU kostet 44.000 Euro pro Jahr. „Da gibt es wesentlich günstigere Privatuniversitäten. Üblich sind Gebühren von rund 16.000 Euro im Jahr“, weiß Rieder. Zudem sollte es dem Studierenden überlassen werden, an welcher Privatuni er sich bewirbt. „Der Stipendiumvertrag – für die 4-Jahresklausel – könnte direkt mit dem Studierenden geschlossen werden, das käme wesentlich günstiger und es könnten mehr Südtiroler von dem Angebot profitieren“, findet sie. Einen entsprechenden Beschlussantrag bereitet das Team K vor.<BR />