Doch von vorn. Am 20. November überquerte ein Vater den Vorplatz des Bahnhofs von Padua, seine einjährige Tochter schlief angeschnallt im Kinderwagen. Plötzlich lief ein 22-jähriger Tunesier auf den Vater zu, schlug ihm ohne Vorwarnung ins Gesicht, packte den Kinderwagen und rannte mit dem Kind davon.<BR /><BR />Der Vater setzte dem Mann nach. Trotz des Schocks behielt er die Übersicht. Er rief sofort die Notrufnummer 113 an und leitete die Polizisten telefonisch durch die Straßen, statt zu riskieren, seine Tochter selbst zu befreien. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf. Warum der Täter das Mädchen mitnehmen wollte, ist unklar. Die Ermittler vermuten bislang eine wirre, grundlose Tat. Der Vater kannte den Mann nicht, und der 22-Jährige – wohnhaft in einer Gemeinde im Süden der Provinz Padua – ist bisher nicht vorbestraft. Im Schnellverfahren erhielt er ein Aufenthaltsgebot für seinen Wohnort.<BR /><BR />Der Angriff geschah um 16.50 Uhr. Der Vater berichtete der Polizei, der Mann habe den Überraschungsmoment genutzt, den Kinderwagen an sich gerissen und sei über die Viale della Pace in Richtung Gerichtsgebäude geflohen. Während der Verfolgung bedrohte der Täter den Vater immer wieder, um ihn abzuschütteln. Aus Angst, der Mann könnte bewaffnet sein, hielt der Vater Abstand und rief ihm nur zu, das Kind freizulassen.<BR /><BR />Wenige Minuten später stellte eine Streife den 22-Jährigen. Das Mädchen weinte heftig, war aber unverletzt. Der Täter gab den Kinderwagen auf, und das Kind kehrte sofort in die Arme seines Vaters zurück, der erklärte, den Mann zuvor nie gesehen zu haben.