Unter ihnen ist der 50 Jahre alte Juwelier Marco Ratto aus Rapallo in Ligurien. Außerdem fehlt von einem italienisch-schweizerischen Paar jede Spur. Die italienische Regierung hat eine Taskforce aktiviert und verstärkt die diplomatische Präsenz vor Ort, um das Schicksal der Vermissten zu klären.<BR /><BR />Ratto war nach Angaben seiner Familie Mitte August allein zu einer Reise nach Nepal aufgebrochen. Der begeisterte Berg- und Trekkingfreund hatte sich für die Reise einem internationalen Reiseveranstalter angeschlossen. Seit dem schweren Unwetter am Mittwoch konnten seine Angehörigen keinen Kontakt mehr zu ihm herstellen. Nach bisherigen Erkenntnissen war Ratto in der Region des Grenzübergangs Gyirong zwischen Nepal und China unterwegs. Die italienischen Behörden prüfen derzeit seine Reiseroute und seinen Aufenthaltsort.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1352580_image" /></div> <BR /><BR />„Wir sind bestürzt“, sagte Rattos Schwager Andrea Bernardin. Die Familie wolle derzeit keine weiteren Erklärungen abgeben und warte auf Nachrichten der italienischen Behörden. Auch bei dem italienisch-schweizerischen Paar ist der genaue Aufenthaltsort bislang ungeklärt. Nach Angaben des Aussenministeriums in Rom soll es auf dem Weg vom Tibet nach Nepal gewesen sein. Allerdings gibt es noch keine Bestätigung, dass die beiden den betroffenen Grenzübergang tatsächlich passiert haben. Auch in diesem Fall laufen deshalb weitere Überprüfungen.<BR /><BR />Rund 130 Italiener, die sich in der betroffenen Region aufhielten, konnten inzwischen vom Aussenministerium in Rom kontaktiert werden. <BR />Die von den nepalesischen Behörden übermittelten Listen könnten allerdings unvollständig oder ungenau sein, da sie zum Teil auf Angaben von Reiseagenturen beruhten. <BR /><BR />Valentina Piccinini und der Fotograf Stefano Lotumolo wurden aus den betroffenen Gebieten Timure und Bhote Koshi im Distrikt Rasuwa gerettet. Lotumolo, 39, war mit einer Gruppe von acht Menschen unterwegs. Sie befanden sich auf dem Weg in Richtung Tibet, als die Flutwelle die Region traf. Lotumolo berichtete von dramatischen Szenen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1352583_image" /></div> <BR /><BR />Sein Bus sei zunächst stehen geblieben, sodass die Passagiere noch rechtzeitig aussteigen und höher gelegene Gebiete erreichen konnten. Kurz darauf sei das Fahrzeug von Wasser, Schlamm und Geröll mitgerissen worden. Die Gruppe habe die Nacht gemeinsam mit Überlebenden in einem einfachen Unterschlupf verbracht und sei später von nepalesischen Soldaten unterstützt worden.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1352586_image" /></div> <BR /><BR />„Wir sind noch etwas durcheinander. Zu sagen, dass wir glücklich sind, wäre angesichts dessen, was leider so vielen anderen passiert ist, nicht angebracht. Sagen wir einfach: Es ist gut gegangen.“ Mit diesen Worten schilderte Michele Piccinini die Erleichterung seiner Familie nach der Rettung seiner Tochter Valentina aus den Überschwemmungsgebieten Nepals. Die aus Turin stammende Frau hatte sich bereits zwei Tage zuvor, etwa eine Stunde nach der Flut, bei ihrer Familie gemeldet und sie über ihren Gesundheitszustand beruhigt. <BR /><BR />Piccinini wurde am Tag nach der Überschwemmung aus dem betroffenen Gebiet gebracht. Wegen der schwierigen Wetterbedingungen war der Einsatz der Rettungskräfte zunächst schwierig. Anschließend wurde die Frau nach Kathmandu gebracht. Dort kümmert sie sich derzeit um neue Reisedokumente für ihre Rückkehr nach Italien.<BR />Auch zwei weitere Männer aus der Provinz Brescia, der 42-jährige Giovanni Fassini und der 26-jährige Marco Lombardi, konnten sich in Sicherheit bringen. Die beiden Freunde waren auf dem Weg von Pokhara nach Kathmandu, als sie wegen schwerer Schäden an Straßen und Brücken nicht weiterkamen. Ihr Bus musste nach mehreren Stunden umkehren.<BR /><BR />Außenminister Antonio Tajani hat eine Taskforce in Nepal eingerichtet. <BR />Zudem sollte Personal der italienischen Botschaft in Neu-Delhi nach Kathmandu entsandt werden, um die Betreuung italienischer Staatsbürger zu verstärken.